Verband beschuldigt USA

Iranischen Fans werden alle WM-Tickets entzogen

June-7-2026-Inglewood-California-USA-HAMED-RAZIPOUR-one-of-the-protest-organizers-leads-the-crowd-in-a-chant-in-front-of-SoFi-Stadium-in-Inglewood-California-during-a-demonstration-urging-FIFA-to-replace-the-Islamic-Republic-flag-with-the-Lion-and-Sun-flag
Der iranische Verband muss kurzfristig sein Kontingent an WM-Tickets zurückgeben. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)
09.06.2026 | 15:12 Uhr
Strikte Auflagen machen es iranischen Fans ohnehin schon fast unmöglich, zur Fußball-WM in die USA zu reisen. Einige wollen es dennoch unbedingt versuchen - doch jetzt beklagt der Verband, dass ihnen das Ticketkontingent entzogen wird.

Die iranische Fußball-Nationalmannschaft muss bei der am Donnerstag beginnenden WM in den USA wohl auf die Unterstützung eigener Fans verzichten. Wie der nationale Fußballverband mitteilte, seien dem Iran von den Vereinigten Staaten die zugeteilten Eintrittskarten für die Gruppenspiele kurzfristig entzogen worden. Der Vorgang reiht sich ein in eine Vielzahl bürokratischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran rund um die WM in den vergangenen Tagen und Monaten.

"In einem unerwarteten Schritt wurden die dem iranischen Fußballverband zugeteilten Kontingente jedoch zurückgezogen, und unter den gegenwärtigen Umständen ist der Verband nicht in der Lage, den Fans der Nationalmannschaft auch nur ein einziges Ticket zur Verfügung zu stellen", hieß es in einer Stellungnahme des iranischen Fußballverbandes. Dieser bezeichnete diesen Schritt als "widersprüchlich zum Geist internationaler Wettbewerbe und zum Grundsatz der Gleichberechtigung der teilnehmenden Länder".

Durch die Maßnahme würden die USA "die Anwesenheit iranischer Fans in den Stadien verhindern" wollen, hieß es in der Mitteilung. Laut FIFA-Regeln würden acht Prozent der Tickets für jedes eigene Spiel dem Verband zugeteilt. Der Erklärung zufolge hatte der Iran nach Erhalt seiner Kontingente bereits mit dem Ticketverkauf für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten - die alle in den USA stattfinden - begonnen.

FIFA freut sich "gemeinsam auf die kommenden Wochen"

Die US-Veranstalter haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen des Iran geäußert. Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Daher hätten iranische Fans Beobachtern in Teheran zufolge ohnehin kaum Chancen gehabt, zur WM einzureisen. Derzeit werden in den US-Auslandsvertretungen keine Visa für iranische Bürger ausgestellt. Zudem sind Reisen in die USA für die meisten iranischen Fans kaum bezahlbar. Nach Angaben der FFI hätten dennoch viele Anhänger bereits ihre Reise zur WM geplant und müssten diese nun absagen. 

Weitere News

Zuvor hatte es bereits eine Debatte um die US-Visavergabe für die iranische WM-Delegation gegeben. Zwar erhielten die Spieler kurzfristig die Einreisegenehmigung für die USA, 15 Mitgliedern der Delegation wurde diese jedoch verweigert. Wegen des Kriegs zwischen den USA und Iran hatte die iranische Auswahl bereits ihr WM-Quartier von Tucson in Arizona ins mexikanische Tijuana verlegt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA einreisen.

Laut FIFA habe Generalsekretär Mattias Grafström jüngst "ein positives Gespräch" mit Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbandes FFIRI, geführt. "Wichtigste Themen waren die Koordination und Planung im Hinblick auf eine reibungslose Teilnahme der IR Iran an dem Turnier", hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes. "Nach der Ankunft des Teams in Mexiko wird die FIFA den Dialog und die Zusammenarbeit mit dem FFIRI fortsetzen, um dem Team und der Delegation ein positives Erlebnis sowie alle nötigen Voraussetzungen für den sportlichen Wettkampf zu bieten. Wir freuen uns gemeinsam auf die kommenden Wochen", sagte Grafström.

Die iranische Auswahl trifft jeweils in Los Angeles am 16. Juni (3 Uhr MESZ) auf Neuseeland sowie am 21. Juni (21 Uhr MESZ) auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni (5 Uhr MESZ) in Seattle gegen Ägypten statt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid/dpa