Schwedens Fußballerinnen haben durch ein erzwungenes Tor in letzter Sekunde zum neunten Mal das Halbfinale einer Fußball-EM erreicht. Der Olympiazweite bezwang den krassen Außenseiter Belgien mit einer bärenstarken Torhüterin Nicky Evrard in Leigh mit einiger Mühe 1:0 (0:0). Die Schwedinnen spielen am Dienstag in Sheffield gegen Gastgeber England um den Einzug ins Endspiel am 31. Juli im Wembley-Stadion von London. Für einen weiteren Sieg brauchen die Schwedinnen indes eine deutliche Leistungssteigerung.
Linda Sembrant (90.+2) traf im strömenden Regen mit dem zweiten Nachschuss nach einer Ecke für Schweden, das zuletzt von drei Coronafällen - unter anderem Hanna Glas vom FC Bayern München und Emma Kullberg von Brighton & Hove Albion Women FC - und mehreren Verdachtsfällen gebeutelt worden war.
Die Belgierinnen boten dem Favoriten in ihrem ersten K.o.-Spiel bei einem großen Turnier zwar einen großen Kampf, beeindruckten vor allem durch ihre Defensivqualitäten, verpassten die durchaus mögliche Überraschung aber knapp. Belgien hatte es erst dank eines 1:0 im letzten Gruppenspiel gegen Italien ins Viertelfinale geschafft, konnte aber gegen den Turnier-Mitfavoriten nur wenige eigene Akzente in der Offensive setzen.
Die 7517 Zuschauer sahen eine von Beginn an einseitige Begegnung. Schweden, das 1984 bei der ersten Frauen-EM der Geschichte seinen bislang einzigen Titel gewonnen hatte, erspielte sich zahlreiche Chancen, ohne sich zu belohnen. Ein Treffer von Stina Blackstenius (24.) wurde nach Studium der TV-Bilder aberkannt, da die Schwedin Millimeter im Abseits stand. Zur Pause lautete das Torschussverhältnisses 15:1 für Schweden. Auch im zweiten Durchgang dominierte der Favorit, agierte zunehmend ideenlos. Erst Sembrant machte kurz vor Schluss alles klar.






