Gewalt-Prozess hochgeholt

Zverev bricht Interview nach nicht-sportlicher Frage ab

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09.06.2026 | 13:13 Uhr
Alexander Zverev feiert bei den French Open seinen "größten Moment der Welt". Doch eine französische Zeitung stellt ihm mitten hinein in den Jubel eine Frage zu seinem zurückliegenden Prozess wegen angeblicher häuslicher Gewalt. Der Tennis-Profi reagiert mit Abbruch.

Das Interview mit dem neuen, dem strahlenden French-Open-Sieger habe in einer "unbeschwerten und sogar herzlichen" Atmosphäre stattgefunden. Während einer gemeinsamen Autofahrt. Schreibt "L'Equipe". Alexander Zverev habe über seinen langen Weg zum ersten Grand-Slam-Titel gesprochen, über die wichtigsten Menschen in seinem Leben, über seine Diabetes-Erkrankung. Doch dann brach Zverev, so schildert es die französische Sporttageszeitung, das Gespräch mit dem Fachblatt ab.

"Ich denke, wir sollten aufhören, so ist es besser", zitiert "L'Equipe" die Reaktion des Hamburgers auf die Frage, wie er nach seinem Triumph in Paris mit jenen umgehe, die Zverev gegenüber wegen der einstigen Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ex-Partnerinnen Bedenken äußern. Zverev habe empört reagiert und entgegnet: "Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?" Und danach eben: Abbruch.

Im Juni 2024, kurz bevor Zverev das French-Open-Finale gegen Carlos Alcaraz verlor, war ein Prozess gegen den Tennisprofi vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten wegen angeblicher Körperverletzung ohne Urteil beendet worden. Mit der Einstellung war eine Geldauflage von 200.000 Euro verbunden gewesen. Eine Verurteilung gab es damit nicht, mit der Zustimmung zur Zahlung war kein Schuldeingeständnis verbunden, Zverev gilt als unschuldig.

"L'Equipe" thematisierte das abgebrochene Interview und fragte: "Hätte man den deutschen Champion wie jeden anderen Grand-Slam-Sieger behandeln und die Schatten, die ihn seit den Anschuldigungen zweier Ex-Partnerinnen wegen häuslicher Gewalt umgeben, diskret ausblenden sollen?"

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Das Blatt gab gewissermaßen darauf selbst die Antwort: "L'Equipe" hatte am Montag darauf verzichtet, Zverev ins Zentrum der Titelseite seiner gedruckten Ausgabe zu rücken. Dort war in den vergangenen Jahrzehnten stets der triumphierende Champion in überwältigender Größe zu sehen. Diesmal fand sich Zverev oben links als Miniatur auf dem Cover wieder. Im Mittelpunkt: die Handballerinnen aus Metz nach ihrem Champions-League-Sieg.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid