Matthäus stellt brisante Kimmich-Frage
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus nimmt nach der 0:1-Pleite der Nationalmannschaft in der Nations League gegen Griechenland vor allem die DFB-Stars in die Pflicht. "Die Griechen haben gut verteidigt, aber wir hatten keine Lösungen. Barcelona oder Bayern spielen auch oft gegen tief stehende Gegner. Warum haben unsere Spieler in ihren Klubs Lösungen, aber nicht im DFB-Team?", schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner "Sky"-Kolumne.
"Ich will niemanden anzählen, aber hat Karim Adeyemi in den Niederlanden und gegen die Griechen so gedribbelt und so abgeschlossen wie in Barcelona? Er hat das Recht zu dribbeln, aber er hat auch das Recht, ein Tor zu machen aus Chancen, die er bei Barca zuletzt verwertet hat", so der 65-Jährige. Matthäus fragte auch: "Hat Felix Nmecha so gespielt wie in Dortmund? Sein Zweikampfverhalten vor dem 0:1 war kreisligareif."
Auch den Kapitän ließ er nicht außen vor. "Warum spielt Kimmich in der Nationalmannschaft nicht so wie in München?", fragte Matthäus und erklärte: "Kimmich hat dort Mitspieler auf Weltklasse-Niveau, wie Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz. Er selbst hat bei Bayern den Unterschied ausgemacht, aber im DFB-Team bisher noch nicht. Ich traue es ihm aber auf jeden Fall zu."
Das System des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp sei "ähnlich wie das des FC Bayern", führte Matthäus aus. "Er erwartet die gleichen Dinge von seinen Spielern wie die Vereinstrainer. Deswegen nehme ich nicht nur den Bundestrainer in die Pflicht, sondern auch die Spieler. Sie bringen Qualität und Erfahrung mit, aber wenn sie diese Qualitäten nicht zeigen, funktioniert es nicht."
Krachendes Debakel für Weltmeister Littler
Darts-Weltmeister Luke Littler hat die nächste herbe Enttäuschung erlebt. Der Dominator aus England scheiterte beim World Grand Prix in Leicester völlig überraschend schon in der ersten Runde und zeigte dabei eine ungewohnt schwache Vorstellung. Bei der 1:2-Niederlage gegen seinen Landsmann Luke Woodhouse kam Titelverteidiger Littler nur auf einen Average von 82,41 Punkten. Erst vor einer Woche war er bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam schon im Viertelfinale ausgeschieden.
Im Anschluss hatte er aufgrund anhaltender Anfeindungen durch Zuschauer mit einem Boykott von Turnieren auch in den Niederlanden gedroht. Wegen ähnlicher Erfahrungen in Deutschland hatte er auf European-Tour-Turniere verzichtet.
Eigentlich wollte Überflieger Littler alle Majorturniere in diesem Jahr gewinnen, in Amsterdam endete die Serie nach sechs Triumphen. Auch der World Grand Prix ist ein Major-Turnier, bei dem im ungewöhnlichen Modus "Double in, Double out" gespielt wird. Der einzige deutsche Teilnehmer Niko Springer schied am Montag ebenfalls in der ersten Runde durch ein 1:2 gegen den Niederländer Danny Noppert aus.
Marathon-Sieg mit gerissener Achillessehne - wie geht das?
Tigst Assefa liegt beim Berlin-Marathon auf Weltrekord-Kurs - dann rebelliert der Körper der Äthiopierin. Mit gerissener Achillessehne und unter "unvorstellbaren Schmerzen" schleppt sie sich noch zum Sieg und Streckenrekord, verpasst aber die Allzeit-Bestmarke. Rennärztin Dr. Lock erklärt, wie das überhaupt möglich war.

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Atemberaubendes Solo von Olise macht Zidane verrückt
Michael Olise hat nach seinem Siegtreffer gegen Belgien Lob von höchster Stelle erhalten. "Er ist ein absolutes Naturtalent und liebt es einfach, Fußball zu spielen. Das sieht man", sagte der neue französische Nationaltrainer Zinedine Zidane über den Star von Bayern München: "Er fühlt das Spiel. Ich freue mich, an seiner Seite zu sein."

Atemberaubendes Solo: Joker Olise rettet Frankreich
Olise hatte kurz nach seiner Einwechslung in Brüssel das entscheidende Tor erzielt. Zidane, sichtlich emotional, stürmte beim Jubeln die Linie entlang und schoss einen dort platzierten Ball zur Seite. "Wir waren in allen Bereichen wirklich gut. Gegen eine sehr starke belgische Mannschaft, die uns das Leben schwer gemacht hat, haben wir standgehalten, sehr gut gespielt und Mut bewiesen", sagte er.
Nach Auswärtssiegen in Belgien und der Türkei (jeweils 1:0) führt Frankreich die Gruppe A1 der Nations League derzeit an. "Wir brauchen jetzt eine Pause. Wir sind viel gereist und hatten nicht viel Zeit zum Trainieren oder Ausruhen", betonte Zidane.
Tuchel kocht die Lage in England runter
Thomas Tuchel sieht die englische Nationalmannschaft vor dem zweiten Spieltag der Nations League noch nicht unter Zugzwang. "Es ist ein bisschen früh in der Gruppe für ein Spiel mit Siegpflicht", sagte der Three-Lions-Coach vor dem Duell mit Tschechien in Prag. Nach dem 2:3 gegen Weltmeister Spanien zum Auftakt ist ein gutes Ergebnis für die Engländer dennoch wichtig.
"Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das war gegen Spanien unser Ziel und ist es auch jetzt", sagte Tuchel. Gerade nach einer Niederlage sei ein gutes Ergebnis wichtig, "um Selbstvertrauen, Unterstützung und Glauben" zu bekommen. England hatte gegen Spanien eine 2:1-Führung noch aus der Hand gegeben.
Ob Tuchel seine Startelf dabei unverändert lassen kann, ist offen. Ezri Konsa und Nico O'Reilly, die gegen Spanien von Beginn an gespielt hatten, plagen laut Tuchel "kleinere Probleme". Der 53-Jährige kündigte an, gemeinsam mit Ärzten, Physiotherapeuten und den Spielern über deren Einsatz zu entscheiden.
Warnung an Klopp: "Er muss jetzt aufpassen"
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat Bundestrainer Jürgen Klopp vor einem Umschwung in der öffentlichen Meinung gewarnt. "Er muss jetzt aufpassen: Sollte in den nächsten Spielen weiter keine Besserung eintreten, wird sich der Ton auch ihm gegenüber schnell verschärfen. Darauf muss er vorbereitet sein", schrieb Effenberg in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.
Klopp war mit einem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande in seine Amtszeit gestartet, es folgte eine 0:1-Niederlage gegen Griechenland in Augsburg. "Klopp weiß ganz genau: Die Öffentlichkeit verzeiht ihm mehr als einem anderen Trainer. Aber: An ihn werden auch größere Erwartungen gestellt als an andere Trainer", so Effenberg weiter.
Die DFB-Auswahl trifft in ihrem dritten Nations-League-Spiel am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF und im Liveticker bei ntv.de) in München auf Serbien, drei Tage später folgt das Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki. Die bisherigen Leistungen sieht Effenberg kritisch. "Es war kein Fortschritt erkennbar, keine neue Spielidee. Und das muss – bei aller Perspektive – Sorgen machen", schrieb der Vize-Europameister von 1992.


