Solidarität mit Migranten

Nach Shirt-Aktion zu Ceuta: Mbappé wehrt sich gegen Kritik

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Vinícius Júnior und Kylian Mbappé rollten die Ceuta-Shirts hoch. (Foto: IMAGO/NurPhoto)
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17.09.2026 | 12:08 Uhr
Kylian Mbappé äußert sich zum Vorwurf mangelnder Solidarität mit den Einwohnern der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta. Und kritisiert dabei indirekt mangelndes Mitleid mit Migranten. Der FC Barcelona umkurvt die Shirt-Aktion komplett.

Der französische Fußballstar Kylian Mbappé sowie seine Real-Kollegen Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté sind in der hitzigen innenpolitischen Diskussion wegen des Massenandrangs auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta kritisiert worden. Beim Spiel von Real Madrid gegen den FC Elche am Dienstag hatten beide Vereine vereinbart, dass die Spieler Shirts mit der Solidaritätsaufschrift "Todos somos Caballas" (Wir sind alle aus Ceuta) tragen. Darunter stand in kleinerer Schrift: "Ceuta y sus caballeros de la mar" (Ceuta und seine Ritter des Meeres).

Zwar zogen die drei die Shirts an, rollten den unteren Saum jedoch so weit nach oben, dass der untere Text verdeckt war. Zudem zogen sie die Shirts vor der Begrüßung der gegnerischen Spieler schnell wieder aus.

Vor allem konservative und rechtsextreme Kreise sowie ihnen nahestehende Medien prangerten dies als Verweigerung der Solidarität mit den mehr als 80.000 Einwohnern Ceutas an. Denselben Vorwurf erheben sie auch gegen die linke Regierung von Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

Mbappé erinnert an das Leid der Migranten

Mbappé wies die Kritik zurück und beklagte indirekt mangelndes Mitleid mit Migranten. In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung "As" bekräftigte er seine "volle Solidarität mit Ceuta". "Ich wollte aber auch ein Zeichen setzen und meine Gedanken an all die Immigranten ausdrücken, die ihr Leben verloren haben und die ebenfalls unter schwierigen Bedingungen leben", fügte er hinzu. Mbappés Mutter ist Algerierin, sein Vater Kameruner. Vinícius Júnior ist Brasilianer und Konatés Eltern stammen aus Mali.

Der FC Barcelona lehnte derweil die Shirt-Aktion komplett ab. Am Sonntag beim Spiel gegen UD Levante trugen nur die Gegner die Ceuta-Trikots und ein Sprecher der Katalanen erklärte, dies liege daran, dass die Initiative nichts mit Barcelona zu tun habe. "Wir respektieren sowohl diejenigen, die sich dafür entscheiden, ihre Meinung zu äußern, als auch diejenigen, die dies nicht tun. Alle Meinungen und Standpunkte, ob individuell oder kollektiv geäußert, sind uneingeschränkt respektabel", hieß es in einem Statement.

Am 30. und 31. Juli waren schätzungsweise rund 72.000 Migranten aus Marokko überwiegend über das Meer nach Ceuta gelangt. Mindestens 80 sollen beim Versuch ums Leben gekommen sein. Während die meisten binnen Stunden zurückkehrten, sind noch rund 5.000 in Spanien. Da es nicht für alle Personen Plätze in Notunterkünften gibt, leben viele seit Wochen auf der Straße.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/dpa