Panorama

Unwetter in PakistanÜber 1500 Tote bei Flutkatastrophe

02.08.2010, 13:04 Uhr

Bei den schweren Unwettern in Pakistan kommen mehr als 1500 Menschen ums Leben. Insgesamt sind mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen. Das größte Problem, vor dem die Hilfskräfte stehen, ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

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Bilder einer Katastrophe: Das Hab und Gut Hunderttausender ging in den Fluten unter. (Foto: AP)

In den pakistanischen Überschwemmungsgebieten rechnen Rettungskräfte inzwischen mit mehr als 1500 Toten. Bislang gebe es allein in der Nordwest-Grenzprovinz 1116 bestätigte Todesfälle, sagte der Sprecher des privaten Rettungsdienstes Edhi, Mujahid Khan. Berichte aus den betroffenen Regionen deuteten allerdings darauf hin, dass die Opferzahl auf weit über 1500 ansteigen könnte.

Die benachbarten Stammesgebiete Khyber und Mohmand hätten bislang gar keine Hilfe erhalten. „Erst wenn wir dorthin vordringen, wird das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich“, betonte Khan.

UN stocken Hilfe auf

Mehr als 30.000 Rettungskräfte und Soldaten sind in der Katastrophenregion im Einsatz. Nach Armeeangaben wurden bislang etwa 27.000 Menschen aus überfluteten Bergdörfern gerettet. Die meisten davon seien in Notunterkünften untergebracht worden.

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Die Opfer der Überschwemmungen beklagen, dass sie von der pakistanischen Regierung in ihrer Not alleine gelassen werden. (Foto: AP)

Nach Angaben von Hilfsorganisationen stellt die Versorgung der Betroffenen mit sauberem Trinkwasser das größte Problem dar. Die pakistanische Regierung geht davon aus, dass insgesamt 1,5 Millionen Menschen von den schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 80 Jahren betroffen sind.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich angesichts der vielen Opfer tief betroffen und kündigte die Freigabe weiterer Hilfsgelder an. Ban habe dem pakistanischen Volk und der Regierung in Islamabad sein Beileid ausgesprochen, sagte ein Sprecher des Generalsekretärs in New York. Zugleich habe er den Behörden die Unterstützung bei der Versorgung der Flutopfer zugesagt. Über die bereits zugesagten Mittel hinaus habe Ban die Auszahlung weiterer zehn Millionen Dollar aus einem Nothilfeetat freigegeben.

Opfer kritisieren Krisenmanagment

Zahlreiche Überlebende, die ohne ärztliche Versorgung und Lebensmittel in Notunterkünften Zuflucht gefunden haben, kritisierten das Krisenmanagement der Regierung. Viele Helfer gelangten nicht in die betroffenen Gebiete, weil die Straßen durch die Fluten zerstört wurde.

In der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar demonstrierten hunderte Menschen gegen das Krisenmanagement. Sie forderten, die vom Ausland bereits bewilligten Hilfsgelder unmittelbar den Opfern zugute kommen zu lassen.

„Das Schulgebäude, in dem ich Unterschlupf gefunden habe, ist voll mit Menschen, ohne ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin“, sagte der 53-jährige Demonstrant Ejaz Khan. „Die Regierung hilft uns nicht.“ Hunderte Menschen fanden wie er in den Schulen von Peshawar und in Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils Kaschmirs, Zuflucht.

In einer der am schwersten betroffenen Provinzen, in Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten des Landes, verfluchte Mohammad Shah Fahad die Behörden. „Gott, zerstöre diese Regierung“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. „Sie hilft uns nicht.“

Quelle: dpa/AFP