Panorama

Notausstieg nördlich von SyltKampfjet stürzt in die Nordsee

27.10.2015, 20:50 Uhr
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Dänischer Kampfjet vom Typ F-16 (Archivbild). (Foto: REUTERS)

Dramatische Minuten vor der dänischen Nordseeküste: Unweit der Insel Rømø gerät ein dänischer Kampfjet in Schwierigkeiten. Der Pilot gibt die Maschine auf. Rettungskräfte schwärmen aus, um den Mann aus dem kalten Wasser zu retten.

Ein dänisches Militärflugzeug vom Typ F-16 ist vor der Nordseeinsel Rømø nördlich von Sylt ins Meer gestürzt. Der Pilot konnte sich mit einem Fallschirm retten und blieb unverletzt. Ein Hubschrauber der dänischen Luftstreitkräfte konnte den Mann orten, aus dem Wasser bergen und zum nächstgelegenen Flugplatz bringen.

Das Unglück geschah nach Angaben der Luftwaffe während eines regulären Manövers zweier Jets am Nachmittag. Der Pilot soll nach Darstellung der Nachrichtenagentur Ritzau während des Flugs einen technischen Defekt am Fahrwerk bemerkt haben. Weil die Maschine damit nicht mehr sicher zu landen gewesen sei, habe er sich dazu entschlossen, das Flugzeug vor der Küste kontrolliert abstürzen lassen. Das dänische Militär wollte diese Angaben zunächst nicht kommentieren. Die genaue Ursache des Absturzes solle geklärt werden, hieß es lediglich.

"Das ist eine heftige Erfahrung"

"Das Wichtigste für mich ist, dass der Pilot bei guter Gesundheit ist. Unsere Piloten sind hierfür trainiert, aber das ist eine heftige Erfahrung", sagte der Chef des dänischen Jagdgeschwaders Skrydstrup, Anders Rex, mit Blick auf den Notausstieg per Schleudersitz. Dänischen Medienberichten zufolge kommen Unfälle mit F-16-Kampfjets - zumindest in Dänemark - vergleichsweise selten vor. Es habe aber in der Vergangenheit häufiger Kritik gegeben, dass die Flugzeuge veraltet seien. Erst im August war eine US-Maschine dieses Typs bei einer Übung über Oberfranken abgestürzt.

Bei der F-16 handelt es sich um einen einstrahligen Düsenjet US-amerikanischer Bauart. Entwickelt wurde die Maschine in den 1970er Jahren bei General Dynamics. Ursprünglich war die F-16 als leichter Abfangjäger konzipiert, wurde aber in ihrer mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte währenden Einsatzdauer an die neuen Anforderungen der Militärs zum Mehrzweckkampfflugzeug aufgerüstet und weiterentwickelt. Seit der Übernahme von General Dynamics durch Lockheed Martin wird die F-16-Reihe durch den US-Rüstungskonzern betreut.

Recht betagter Flieger

Die F-16 ging in verschiedenen Versionen in den Export und fliegt bis heute bei zahlreichen Luftstreitkräften, darunter auch Israel und die Türkei. Bei der dänischen Luftwaffe ist die F-16 seit 1980 - und damit seit gut 35 Jahren. Weil der für den schnellen Luftkampf ausgelegte Jet nur über ein einziges Antriebsaggregat verfügt, ist er im Fall technischer Probleme in der Regel nicht mehr zu halten. Den Piloten bleibt dann nichts anderes übrig, als die Maschine aufzugeben, den Schleudersitz zu betätigen und auf eine schnelle Rettung zu hoffen.

Zum Verbleib des nun abgestürzten Kampfjets liegen noch keine gesicherten Angaben vor. Das dänische Militär geht offenbar davon aus, dass das Flugzeug beim Aufprall auf die Wasseroberfläche zerstört worden sein dürfte. In welchem Ausmaß mit Umweltschäden gerechnet werden muss, ist noch unklar.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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