Auto

Sensationspreis von 15.000 EuroCitroen bringt die Ente zurück - die wird bestimmt ein Hit

24.10.2026, 10:51 Uhr imageVon Patrick Broich, Paris
00:00 / 04:35
Citr_2CV_Conc_VO
Typisch Ente: Auch das Urmodell trug den Doppelwinkel im Kühlergrill. Jetzt ist er aber größer und ein bisschen überzeichnet. (Foto: Citroen)

Immer mehr begehrenswerte Heritage-Autos bevölkern den europäischen Markt. Einer der coolsten Moves gelingt jetzt Citroen mit dem 2CV Concept, besser bekannt als Ente. Nächstes Jahr könnte das Serienmodell gezeigt werden. Zum sensationellen Preis.

Einer der Publikumsmagneten auf dem diesjährigen Pariser Autosalon war nicht etwa ein übermotorisierter BMW oder Mercedes. Nein, es war vielmehr ein ziemlich spartanisches Auto. Aber eines mit symbolischer Sprengkraft, wenn man das so sagen möchte. Denn wenn in Paris die Neuauflage der Ente, dem Auto, das wie nur wenige andere jahrzehntelang für erschwingliche Massenmobilität steht, mit einem seriennahen 2CV-Concept besiegelt wird, ist das schon eine Sensation.

Und zwar operiert diese Neuauflage ziemlich nah am Original - retrofuturistisch könnte man an dieser Stelle sagen. Und die Konstrukteure der Konzeptstudie waren wirklich detailverliebt bis hin zu den Türgriffen, die jenen des Ur-2CV nachempfunden wurden. Hinzu kommen fetzige Stahlfelgen im auffälligen Retrodesign.

Citr_2CV_Conc_HI
LED-Leuchtelemente sowie charakteristisches Design wie die ikonische Heckklappe formen aus dem neuen 2CV ein retrofuturistisches Sehnsuchtswerk. (Foto: Citroën )

Markant ist der große Doppelwinkel auf dem Grill sowie die aufgesetzten Scheinwerfer mit einprägsamer Signatur - freilich alles in LED-Technik. Genau wie auch im Heckbereich. Der fällt ansonsten auf durch die weit nach unten gezogene Heckklappe bis zu den Stoßfängern, ähm, Stoßstange. Und die ist cool inszeniert in einer simpel gehaltenen Retro-Optik.

Innen sticht vor allem die Revolverschaltung ins Auge neben einfach gehaltenen Sitzen in charakteristischem Karo-Muster. Wer ein spontanes Picknick im Freien plant, kann die simplen Sitzgelegenheiten einfach entfernen. Das nicht weniger charakteristische Einspeichen-Lenkrad erinnert ebenfalls an das Original. Dazu kommt ein Stoffdach mit der Möglichkeit, es per Hand aufzurollen. Intelligente Einfachheit, wie der Hersteller selbst bekundet.

Citr_2CV_Conc_IN
Das historisch akkurate Einspeichen-Lenkrad verleiht dem Innenraum Charakter. Auf Infotainment müssen künftige Entenfahrer ebenso wenig verzichten, auch wenn es minimalistisch ausfällt. (Foto: Citroën )

"Easter Eggs" sind auch dabei

Das Concept macht zudem durch eine ganze Reihe von akustischen wie optischen Anklängen aufmerksam, hier waren Historiker sowie Designer maximal kreativ. So tragen die Michelin-Reifen ein spezielles Doppelwinkel-Schema. Auf der Frontscheibe finden aufmerksame Beobachter die Zahlen "48", "90" und "26" - als Anspielung auf die Markteinführung, das Produktionsende sowie die Wiedergeburt der kleinen Legende in Form der Concept-Präsentation.

Darüber hinaus versprechen die Ingenieure, dass der Sound von Hupe und Motor an die entsprechenden Originale erinnern sollen. Wie man vor allem die Elektromaschine in diese Richtung getrimmt bekommt, das bleibt interessant. Und nicht zuletzt sollen die Türablagen Eier transportieren können - hier haben die Konstrukteure eine alte Lastenheftanforderung ausgegraben.

Citr_2CV_Conc_Sitzbank
Die simplen Sitzgelegenheiten mit Karomuster und flippiger Farbe erinnern irgendwie an Flowerpower. Nicht zu vergessen: Die Studenten in der Bewegung fuhren eher Ente als Käfer. (Foto: Citroen)

Jetzt bleibt natürlich spannend, welche Gimmicks es davon in die Serie schaffen werden. Vermutlich aber viele, denn das ikonische Modell soll ja maximal attraktiv sein.

Diese Philosophie beginnt übrigens schon mit dem Preis. Etwa 15.000 Euro soll die 3,76 Meter lange Neu-Ente (kürzer als das Urmodell mit über 3,80 Metern) kosten - damit würde Citroen noch einmal deutlich unter die Kurse der hierzulande günstigsten Elektro-Offerten gehen. Die heißen derzeit Dacia Spring (17.900 Euro) sowie Leapmotor T03 mit 18.900 Euro.

Citr_2CV_Conc_SE
Mit 3,76 Metern Länge bleibt das Concept sogar noch unter dem Original. (Foto: Citroën )

Der Kostentreiber dürfte selbst in nächster Zeit immer noch der Akku werden, also darf man neugierig sein, wie viel Stromspeicher die Franzosen ihrer Ente mit auf den Weg geben werden. In diesem Zusammenhang lässt das Zielgewicht aufhorchen: Nur rund eine Tonne soll der Charakter-Cityflitzer wiegen - für Elektroverhältnisse ein wahres Fliegengewicht. Und jetzt wird es interessant. Der neue Dacia Spring bringt es laut Datenblatt auf etwa 1200 Kilogramm mit 27,5 kWh nutzbarer Energie, während der Leapmotor bei rund 36 kWh bloß 1175 Kilogramm wiegt.

Nun kommt Citroen um die Ecke. Wenn die Franzosen mit einer ordentlich bemessenen Batterie wirklich eine Tonne hinbekommen sollten bei sämtlichen erforderlichen Sicherheitsstandards, wäre das schon ziemlich innovativ. Und dann auch noch zu einem solch erschwinglichen Preis. Möglich wird das beispielsweise durch die Reduktion von Karosserieteilen und einer möglichst simplen technischen Grundarchitektur, die von vornherein auf Gewichtsreduktion getrimmt wurde.

Citr_2CV_Conc_Fourg_VO
Citroen ist clever und bringt auch gleich den Lieferwagen "Fourgonnette" mit. Auch er ist eine Ikone und könnte wieder einen Hit landen. (Foto: Citroën )

Vorgestellt werden dürfte das Serienmodell nächstes Jahr, während die Auslieferung an Kunden eher 2028 erfolgt. Ach ja, und den Lieferwagen namens Fourgonnette liefert Citroen gleich mal mit so ganz nebenbei. Dass dieser Citroen-Retro-Coup kein Hit wird, ist eigentlich schwer vorstellbar.

Quelle: ntv.de

OldtimerCitroen-ModellePariser AutosalonFranzösische Autobauer