Panorama

Ausgangssperre verhängtUS-Polizei kontert Jugendgewalt mit Hunden und Hubschraubern

16.04.2026, 10:29 Uhr
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Die Polizei zeigt am Strand von Miami Beach Präsenz. (Foto: AP Photo/Lynne Sladky)

In den US-Frühlingsferien kommt es immer wieder zu großen Partys von Jugendlichen - auch mit Gewalt. Beamte warnen jetzt vor "Jugend-Übernahmen". Sie begegnen dem mit großen Einsätzen und Unterstützung der Politik.

Polizei und Politik bereiten sich in vielen US-Städten auf Exzesse Jugendlicher am kommenden Spring-Break-Wochenende vor. Die Frühlingsferien in den USA sorgen seit mehreren Jahren für viele gewaltsame Vorfälle, teils auch mit Todesfällen. Die Behörden warnen jetzt vor "Jugend-Übernahmen" an beliebten Stränden und Innenstädten. Um dem Herr zu werden, werden sogar Ausgangssperren verhängt. Vor allem zwei Städte stehen mit ihren Maßnahmen im Fokus.

"In den letzten Monaten häuften sich landesweit Berichte über sogenannte Jugend-Übernahmen", teilt die Polizei von Tybee Island an der US-Ostküste mit. Mit Gewalt würden die Pubertierenden versuchen, Gebiete zu besetzen, um dort Partys zu feiern. Vergangenes Wochenende kaperten Jugendliche in Tybee Island mit Schüssen eine laufende Veranstaltung am Strand. Verletzte oder Tote soll es nicht gegeben haben, aber es brach ein gefährliches Chaos aus, da andere Jugendliche unkoordiniert flüchteten.

Am kommenden Wochenende findet auf Tybee Island ein großes Festival statt, was die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Bereits ab diesem Donnerstag wollen die Beamten mit starken Kräften vor Ort Präsenz zeigen. Schon auf der einige Kilometer entfernten Autobahn und anderen großen Zufahrtsstraßen richten die Polizisten Kontrollpunkte ein. Am Wochenende selbst sollen mehrere Hundestaffeln und Hubschrauber einen Gewalt-Exzess verhindern. Selbst Gefängniswärter kommen zum Einsatz, kündigt die Polizei an.

In Washington, D.C. fand das erste große Spring-Break-Wochenende ebenfalls in der vergangenen Woche statt. Die Behörden verhängten dort eine Ausgangssperre, die es Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren untersagte, sich zwischen 20 und 6 Uhr in stark frequentierten Bereichen zu versammeln. Die Regelung wurde über ein Notstandsgesetz von Mitgliedern des Stadtrats beschlossen.

Jugendliche haben in Washington dennoch am vergangenen Wochenende wiederholt das Navy-Yard-Ufer besetzt. Schon im März kam es in dem Gebiet am Anacostia River zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teenagern, wie Videos in sozialen Netzwerken zeigen. Die Polizei musste zu Raubüberfällen und Schlägereien durch junge Erwachsene ermitteln. Zudem schoss ein 15-Jähriger mit einer Waffe in die Luft. Vorfälle wie diese sorgten für das Ende März eingeführte Notstandsgesetz. Es lief allerdings an diesem Mittwoch aus.

Eigentlich sollte der Stadtrat die Ausgangssperre bereits verlängern, doch der Punkt verschwand kurzerhand in dieser Woche von der Tagesordnung. Erst in der kommenden Woche wird neu darüber beraten. Die Regelung soll dann gleich bis in den September beschlossen werden, um einen ruhigen Sommer zu ermöglichen.

"Wir glauben, dass wir das Gesetz jetzt brauchen", sagt Bürgermeisterin Muriel Bowser. "Denn es gibt hier sehr viel zu tun, und es ist ein Instrument. Es ist nicht das einzige, aber es hat sich als wirksam erwiesen."

Quelle: ntv.de, mpa

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