Politik

Bericht zu Hamas-AngriffNetanjahu will israelische Zeitung "Haaretz" verklagen

09.09.2026, 15:42 Uhr
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Laut des "Haaretz"-Berichts hatte Netanjahu vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober eine Warnung erhalten. (Foto: picture alliance / IPON)

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu will rechtlich gegen eine Zeitung vorgehen. Diese hatte berichtet, dass Netanjahu vor dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 gewarnt worden sei. Der Regierungschef spricht von Verleumdung.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Klage gegen die linksliberale Zeitung "Haaretz" wegen eines Berichts angekündigt, dem zufolge der emiratische Präsident ihn im Herbst 2023 vor einer großangelegten Offensive der Hamas gewarnt haben soll. Der israelische Regierungschef habe seine Anwälte angewiesen, eine Klage wegen Verleumdung einzureichen, teilte er auf der Plattform X mit. Diese solle sich unter anderem gegen das Blatt sowie den Autoren Schlomi Eldar richten.

Es habe zwischen Anfang September und dem 7. Oktober 2023 kein Gespräch zwischen ihm und dem emiratischen Präsidenten gegeben, teilte Netanjahu weiter mit. Sein Büro hatte den Bericht bereits zuvor dementiert. Laut dem Zeitungsbericht hatte der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid den israelischen Ministerpräsidenten eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 aus dem Präsidentenpalast in Abu Dhabi angerufen.

In dem Gespräch habe er Netanjahu gewarnt, dass der damalige Chef der islamistischen Terrororganisation Hamas, Jihia al-Sinwar, eine großangelegte Offensive gegen Israel plane. Demnach wurden drei hochrangige ausländische Regierungsvertreter über den Inhalt des Telefonats informiert. Als Quelle wurde ein Berater des emiratischen Präsidenten genannt, der mit dem Gespräch vertraut gewesen sei.

Netanjahu soll "gelassen" reagiert haben

Netanjahu habe die israelischen Sicherheitschefs trotz der persönlichen Warnung nicht informiert und nichts mit diesen Informationen unternommen, meldete die "Haaretz" weiter. Der emiratische Präsident drängte Netanjahu demnach dazu, die Lage ernst zu nehmen und sich auf einen Angriff vorzubereiten. Zu seiner Überraschung habe dieser jedoch "relativ gelassen" reagiert und versichert, Israel sei "auf jegliches Szenario vorbereitet".

Auch die "Times of Israel" hatte unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute emiratische Quelle berichtet, dass der emiratische Präsident Netanjahu nur Tage vor dem Hamas-Massaker telefonisch gewarnt haben soll, dass die Terrororganisation einen großangelegten Angriff auf Israel plane. Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, sich nicht zu Medienberichten und Spekulationen über Gespräche zwischen Regierungschefs äußern zu wollen.

Der Bericht ist auch wegen der anstehenden Parlamentswahl in Israel brisant. Die "falsche Geschichte" sei "Teil des Wahlkampfs der Linken", hieß es in Netanjahus Mitteilung weiter.

Seine Kritiker werfen ihm hingegen vor, keine persönliche Verantwortung für das Massaker vor fast drei Jahren übernommen zu haben und Verschwörungstheorien zu unterstützen, wonach Mitglieder der Armee angeblich von den Überfallplänen der Hamas gewusst, Netanjahu aber nicht informiert haben sollen.

Laut Meinungsumfragen können bei der Wahl am 27. Oktober weder Netanjahus Lager noch das seiner Gegner mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Schon im Mai hatte Netanjahu eine Klage gegen eine Zeitung angekündigt. Damals wies er nach eigenen Angaben seine Rechtsberater an, rechtliche Schritte gegen die "New York Times" nach einem Bericht über angebliche sexuelle Gewalt gegen palästinensische Gefangene zu prüfen.

Quelle: ntv.de, psa/dpa

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