Washington traut Teheran nichtVance will Öltransport in Hormus-Passage durch Abkommen sichern

Seit Wochen verhandeln Washington und Teheran über eine Friedenslösung in Nahost. Für die USA hat die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus dabei oberste Priorität, verrät US-Vizepräsident JD Vance.
Ziel der USA ist es laut Vizepräsident JD Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das sagte der Republikaner dem US-Sender Fox News auf die Frage, was bei einem hypothetischen Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre. Vance gab an, dass die Iraner das zugesagt hätten und auch die Golfstaaten das wollten. Gleichzeitig räumte er auch ein, dass die USA darauf nicht vertrauten.
In den vergangenen Wochen hätten die Iraner und die Golfstaaten, insbesondere der Oman, darüber gesprochen, wie man einen sicheren Schiffsverkehr gewährleisten könne. Das Problem ist laut Vance vor allem, dass die Iraner zu Beginn des Krieges eine große Anzahl an Minen verlegt hätten. Aktuell arbeiten die USA daher daran, wie man einen Mechanismus für eine sichere Schifffahrt dort einrichten könne. Vance zufolge schließt das sowohl eine Minenräumung als auch Zusagen des Irans ein, keine Handelsschiffe anzugreifen.
Der US-Vizepräsident sprach von einigen erzielten Fortschritten, räumte aber auch ein, dass die Verhandlungen aus US-Sicht noch nicht am Ende seien. Vance bekräftigte in dem Gespräch auch die bekannte US-Darstellung, dass Washington im Austausch mit Teheran stehe.
Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus transportiert, die auch beispielsweise für den Transport von Flüssiggas und Dünger zentral ist. Nach Kriegsbeginn brachte der Iran mit Angriffen auf Schiffe und Drohungen den Schiffsverkehr fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an.
In den USA erhöhen insbesondere die gestiegenen Benzinpreise den Druck auf US-Präsident Donald Trump und dessen Regierungsteam, eine schnelle Lösung für ein Kriegsende zu finden - auch mit Blick auf die Zwischenwahlen zum US-Kongress in weniger als drei Monaten.