Discounter oder High End?E-Bike kaufen: Fünf Modelle für jeden Geldbeutel

Der Frühling ist da und die Fahrradsaison läuft. Gerade bei hohen Benzinpreisen dürften viele Menschen mit dem Gedanken spielen, sich für kürzere Strecken ein E-Bike anzuschaffen. Doch ist teurer immer gleich besser? Wir stellen fünf preiswerte Modelle vor.
Elektrisch unterstützt in die Arbeit, entspannt den Hügel hinauf oder einfach ohne Erschöpfung länger und weiter fahren: E-Bikes verändern für viele den Alltag spürbar. Die Kehrseite ist der Preis. Viele Räder kosten mittlere vierstellige Summen, nach oben gibt es nach wie vor kaum eine Grenze. Dabei zeigen Markt und Tests, dass ordentliche Alltagsräder längst auch unter dieser Schwelle erhältlich sind. Wir zeigen fünf Modelle, die den Preisbogen von knapp 1.400 bis gut 2.500 Euro spannen.
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Budget-E-Bike für unter 1.500 Euro: Deruiz Quartz
Wer ein solides City-E-Bike sucht und nicht mehr als 1.400 Euro ausgeben möchte, kommt am Deruiz Quartz kaum vorbei. Der ADAC attestiert dem 28-Zoll-Trekkingrad gute Bremsen und eine direkte Schaltung und vergab im Test die Note 2,5 (gut). Im ADAC-Vergleich erhielt das Quartz sogar die Spitzenbewertung aller getesteten Tiefeinsteiger bis 2.000 Euro.
Das Rad soll dabei stabiles Fahrverhalten an den Tag legen und besitzt laut Hersteller mit 644 Wattstunden genug Akkukapazität für Tagestouren bis 160 Kilometer. Damit taugt das Rad nicht nur für kurze Stadtfahrten, sondern auch für längere Ausflüge in der Ebene. Amazon listet das Modell aktuell für rund 1.399 Euro.
Typ: City-/Trekking-E-Bike, Tiefeinsteiger, 28 Zoll
Motor: 250 W Hecknabenmotor, 55 Newtonmeter (Nm) Drehmoment
Akku/Reichweite: 644 Wh, laut Hersteller bis zu 160 km
Schaltung/Bremsen: Shimano 8-Gang, Tektro-Scheibenbremsen
Gewicht: ca. 27,5 kg
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Pedelec und E-Bike: Was ist was?
Bei den hier aufgeführten Elektrofahrrad-Modellen handelt es sich um sogenannte Pedelecs: Das sind E-Bikes, bei denen die Motorunterstützung ans Treten gekoppelt ist. Zudem hat die Motor-Unterstützung eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h – darüber hinaus müssen die Bikes rein mit Muskelkraft bewegt werden. Vor dem Gesetzgeber gilt diese E-Bike-Variante weiterhin als reines Fahrrad, braucht also weder Versicherung noch Führerschein. Zudem dürfen die Bikes weiter auf dem Fahrradweg genutzt werden.
S-Pedelecs, also trittunterstützte E-Bikes mit bis zu 45 km/h Spitzengeschwindigkeit oder Elektrofahrräder mit Gashebel gelten rechtlich als Mofas (bis 25 km/h) bzw. Kleinkrafträder (bis 45 km/h). Hier gelten entsprechend alle Regeln für diese Fahrzeug-Kategorie, inklusive Führerschein, Helmpflicht, Versicherungszwang und Verbot für Fahrradwege.
Die Discounter-Überraschung: Crivit Urban E-Bike X.2 All Black
Lidl-E-Bike klingt vielleicht zunächst nach Kompromiss, tatsächlich überrascht das Crivit Urban X.2 aber in mehreren unabhängigen Tests. Das Fachmagazin velomotion bescheinigt dem Rad eine „gute Figur“ im Alltag und hebt vor allem den kräftigen Heckmotor hervor. Nachteil: Der Singlespeed-Antrieb schränkt den Einsatzbereich des Rades ein.
Die Highlights der X.2-Generation sind ein fettfreier Antriebsriemen sowie hydraulische Scheibenbremsen. Das sind Ausstattungsmerkmale, die man sonst bei deutlich teureren Rädern erwartet. Am besten ist das E-Bike vermutlich für Pendler in eher ebenerdigen Regionen geeignet, die einen pflegeleichten Stadtbegleiter suchen. Wer in hügeligen Regionen wohnt oder viel Gepäck transportiert, sollte ein Modell mit Gangschaltung in Betracht ziehen.
Typ: Urban-E-Bike, Diamantrahmen, 27,5 Zoll
Motor: Mivice M080 Hecknabenmotor, 40 Nm, Drehmomentsensor
Akku/Reichweite: 360 Wh, laut Hersteller bis zu 100 km
Schaltung/Bremsen: Singlespeed mit Gates-Riemen, Shimano-Hydraulikbremsen
Gewicht: 21 kg
Legend Monza: Das smarte E-Faltrad
Das faltbare E-Bike Monza von Hersteller Legend richtet sich an alle, die ein E-Bike auch im Kofferraum oder im Wohnmobil verstauen möchten. Auch in vollen Nahverkehrszügen kann ein faltbares Fahrrad häufig besser mitgenommen werden. Netzwelt lobt im Test die starke Bremse und den harmonischen Antrieb. Dazu soll auch der Rahmen einen stabilen Eindruck hinterlassen. Allerdings sei der Faltmechanismus insgesamt eher einfach und das geklappte Rad etwas umständlich in der Handhabung.
Die Reichweite des Falt-E-Bikes spricht allerdings eher für die Stadt. So verspricht der Hersteller für das Legend Monza eine Akku-Reichweite von 80 bis 100 Kilometern. Kurioser Bonus: Die Mahle-Steuerungselektronik des Motors erlaubt über die MySmartBike-App sogar eine Herzfrequenzsteuerung des Antriebs. Das ist ein ungewöhnliches Feature in dieser E-Bike-Klasse.
Typ: E-Faltrad, 20 Zoll
Motor: 250 W Hecknabenmotor, 40 Nm (Mahle Smartbike System)
Akku/Reichweite: 374 oder 504 Wh, bis zu 80 bzw. 100 km
Schaltung/Bremsen: Shimano 6-Gang, Tektro-Hydraulikbremsen
Gewicht: ca. 19,5 kg
Das Komfort-Stadtrad: Prophete Geniesser 4.0
Hier beginnt die gehobene Mittelklasse der E-Bikes. Das Stadt-Fahrrad Prophete Geniesser 4.0 verbindet laut Testberichten angenehme Geometrie, solide Ausstattung und einen kräftigen Motor mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Fachmagazin radfahren.de lobt vor allem den Motor mit fünf Unterstützungsstufen, der gut mit der verbauten Siebengang-Schaltung harmoniert.
Das rund 1.750 Euro teure E-Bike bietet bereits etwas mehr Ausstattung. So gibt es etwa ein Multifunktionsdisplay, das unter anderem Akkustand und Unterstützungsstufe anzeigt. Der AEG-Mittelmotor mit bis zu 70 Newtonmetern liefert zudem laut Hersteller kraftvolle, feindosierte Unterstützung, besonders beim Anfahren und an Steigungen.
Typ: City-E-Bike, Tiefeinsteiger (Wave-Rahmen), 28 Zoll
Motor: AEG ComfortDrive V2 Mittelmotor, 70 Nm
Akku/Reichweite: 540 Wh, laut Hersteller bis zu 170 km
Schaltung/Bremsen: Shimano Nexus 7-Gang, hydraulische Shimano-Scheibenbremsen
Gewicht: ca. 27 kg
Der Touren-Profi: Fischer Viator 8.0i
Das Fischer Viator 8.0i ist das technisch anspruchsvollste Modell dieser Auswahl – und mit derzeit knapp 1.800 Euro auch das mit Abstand teuerste. Die Fachpresse ordnet das Fischer-E-Bike dabei als ausdauernden Tourer ein. Fahrer, die sich eine kraftvolle Unterstützung, ordentliche Reichweite und viel Komfort wünschen, sind hier genau an der richtigen Adresse.
Für ausreichend Kilometerleistung besitzt das Rad einen fest verbauten 711-Wattstunden-Akku, der laut Hersteller für rund 170 Kilometer reicht. Der Brose-Mittelmotor liefert antrittsstarke 90 Newtonmeter, die über eine Zwölfgang-Schaltung auf die Straße gebracht werden. Wichtige Anzeigen wie Geschwindigkeit und Akkustand werden zudem über ein übersichtliches Display am Lenker angezeigt.
Typ: Trekking-E-Bike, 28 Zoll
Motor: Brose Drive S MAG Mittelmotor, 90 Nm
Akku/Reichweite: 711 Wh, laut Hersteller bis zu 170 km
Schaltung/Bremsen: SRAM SX Eagle 1×12-Gang, hydraulische Scheibenbremsen
Gewicht: ca. 28 kg
E-Bike kaufen: Für jeden Geldbeutel ist was dabei
Natürlich ist bei 2.000 Euro das Ende der Preisspanne von E-Bikes längst nicht erreicht. Ganz im Gegenteil: Je mehr Ausstattung dazukommt, desto teurer werden die Räder. Gerade Lasten-E-Bikes, hochwertige Mountain-Bikes für lange Strecken auch im anspruchsvollen Gelände kosten schnell 5.000 Euro und mehr. Je nachdem, was von dem Rad erwartet und auf welche Ausstattungsmerkmale Wert gelegt wird, ist für jedes Budget ein zuverlässiges Modell dabei.



