Nach Krimi gegen Real MadridBayern-Trainer Kompany ist im Champions-League-Halbfinale gesperrt

Vincent Kompany führt den FC Bayern München ins Halbfinale der Champions League. Den ersten Schritt ins Endspiel muss der deutsche Rekordmeister allerdings ohne seinen Trainer an der Seitenlinie gehen.
Der FC Bayern München steht nach einem dramatischen Duell mit Real Madrid im Halbfinale der Champions League. Nach dem 2:1 im Hinspiel im Estadio Bernabeu dreht der Bundesligist in München einen Rückstand kurz vor Schluss zum 4:3-Sieg. Im Halbfinal-Hinspiel gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain wird jedoch Vincent Kompany fehlen: Der Trainer des FC Bayern ist nach der zweiten Gelben Karte gesperrt.
Kompany hatte nach Real Madrids 3:2 durch Kylian Mbappé kurz vor der Halbzeit geschimpft, weil Schiedsrichter Slavko Vincic ein Foul von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic nicht gepfiffen hatte. Vincic reichte das für eine folgenschwere Verwarnung. "Ich finde die Entscheidung nicht richtig", sagte der Belgier bei DAZN. "Wenn man schaut, wieviel auf dem Platz passiert, wie viel gemeckert wird. Ich versuche immer respektvoll zu bleiben, war ich auch. Das war viel zu schnell, ich war überrascht."
"Um Gottes Willen"
Kurios: Am Tag vor dem Spiel hatte Kompany noch die Regelung kritisiert, dass Spieler nach drei Gelben Karten gesperrt sind. "Ddas ist vielleicht ein Thema für nächstes Jahr", sagte Kompany auf der Pressekonferenz. "Ich finde es schon ganz schwierig, durch diese Europapokal-Runde zu kommen, ohne Sperre. Es sind mehr Spiele jetzt und trotzdem bist du bei drei Karten gesperrt. Wenn du bis hierherkommst, mit nur drei Karten, bist du vor allem als Verteidiger eigentlich gut durchgekommen – aber trotzdem kannst du für ein Halbfinale gesperrt sein. Das ist schon hart." Beim FC Bayern waren vor dem hitzigen Duell mit Real Madrid gleich vier Spieler von einer Sperre fürs Halbfinale bedroht gewesen - am Ende erwischte es nur den Trainer.
Bayerns Sportchef Max Eberl war von der Nachricht im Gespräch mit DAZN nach dem Spiel völlig überrascht. "Wir sind in die Kabine gekommen und haben gesagt: 'Großartig, kein Spieler gesperrt.' Und jetzt ist der Trainer gesperrt? Um Gottes Willen." Das Hinspiel in Paris steigt am 28. April. "Gerade freue ich mich extrem, da wird Vinny eine Lösung hinbekommen. Ja, es ist ärgerlich, aber es trübt meine Freude nicht groß", sagte Eberl.
Nach dem Viertelfinale werden alle Karten, sofern sie nicht zu einer Sperre geführt haben, gelöscht. Selbst bei zwei weiteren Gelben Karten würde also kein Spieler das Finale gesperrt verpassen.