Dax bekommt ordentlich auf die Mütze
Anziehende Energiepreise und der unter Druck stehende Anleihenmarkt haben zu Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt geführt. Der Dax erlebte einen weiteren Tag mit Verlusten und rutschte unter die Marke von 26.000 Zählern. Aus dem Handel ging der Leitindex 1,1 Prozent tiefer mit 25.970 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent im Minus bei 6357 Stellen. "Die Rekord-Rally im Dax wurde von einer weltweiten Verkaufswelle bei Staatsanleihen abrupt gestoppt", kommentierte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. Am Freitag war der Dax noch auf ein Rekordhoch von 26.618 Zählern geklettert.
"Steigen die Renditen ruckartig weiter, kann sich daraus schnell eine Situation entwickeln, in der sich die schlechte Stimmung vom Anleihemarkt auf Aktien überträgt", erläuterte Stanzl weiter. In Deutschland werde die Situation dadurch erschwert, dass der Anstieg der europäischen Gaspreise mit unterdurchschnittlich gefüllten Gasspeichern zusammentreffe. "Das Wiederauffüllen der Gasspeicher wird also teuer - die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung wächst."
Im Dax profitierten Merck von einer Hochstufung. Die Titel des Darmstädter Pharma- und Technologiekonzerns gewannen in sehr schwierigem Handelsumfeld 0,5 Prozent. Analysten von HSBC hatten Merck auf "Buy" von zuvor "Hold" hochgestuft. Auch Symrise profitierten von einer Hochstufung und verteuerten sich um 0,2 Prozent. Der Duftstoff- und Aromenhersteller verkauft zudem sein US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an den Münchener Finanzinvestor Mutares.
Gaspreis explodiert - Chancen für Trader?
Der Gaspreis schießt nach oben. Geopolitische Risiken, ein knappes Angebot und begrenzte Transportkapazitäten treffen auf eine hohe Nachfrage. Was den Preis jetzt weiter antreiben könnte und wie Trader davon profitieren können, darüber spricht Raimund Brichta mit Jens Chrzanowski von XTB.
Sabrina Marggraf zu dem für den Dax gefährlichen September
Nachdem der August dem Dax nochmal ein Plus gebracht hat, beginnt nun der statisch schwache Börsenmonat September. Warum die Kurse es in diesem Monat schwer haben und wie Anleger damit umgehen sollten, erklärt ntv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf.
Russlands Diesel-Exportverbot belastet knappen globalen Kraftstoffmarkt
Die Entscheidung Russlands, sein Dieselausfuhrverbot bis Ende September zu verlängern, erhöht nach Einschätzung von ING den Druck auf einen bereits angespannten globalen Kraftstoffmarkt. Lieferunterbrechungen aus Russland und dem Persischen Golf träfen auf eine stärkere saisonale Nachfrage aufgrund der Ernte auf der Nordhalbkugel und der Aussaat auf der Südhalbkugel, schreiben die ING-Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey in einer Research Note. Russland sei der zweitgrößte Diesel-Exporteur der Welt und leide angesichts der verstärkten ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur weiterhin unter Störungen der Kraftstoffversorgung.
GoPro-Aktie schießt nach Einstieg von YouTuber hoch - zeitweise vom Handel ausgesetzt
Die Aktie von Gopro war in New York zunächst vom Handel ausgesetzt, nachdem der angeschlagene Kamerahersteller den Zusammenschluss mit Starman Optical bekanntgegeben hat. Vorbörslich waren die Titel zeitweise um rund 70 Prozent gestiegen. Grund für den vorbörslichen Kurssprung war nach Angaben aus dem Handel die Nachricht, dass der Youtuber Mark Fischbach (Markiplier) einen Anteil von 8,5 Prozent an dem angeschlagenen Kamerahersteller erworben habe.
Er hatte den Anteil am 20. August der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet, bevor er den Schritt öffentlich machte. GoPro kämpft mit schwachen Geschäften. GoPro-Aktien haben im laufenden Jahr mehr als ein Drittel an Wert verloren.
Gestiegene Marktzinsen belasten Wall Street
An den US-Börsen geht es zum Start in den heutigen Handel abwärts. Der Dow-Jones-Index fällt um 0,4 Prozent auf 52.986 Punkte. Der S&P-500 verliert 0,7 Prozent und der Nasdaq-Future 1,4 Prozent. Die kräftig gestiegenen Marktzinsen lasten auf den Aktienmärkten und dort besonders auf den als zinsempfindlich geltenden Technologiewerten. Ursächlich für den Anstieg der Anleiherenditen ist die wachsende Überzeugung am Markt, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung noch in diesem Monat die Zinsen erhöhen wird. Genährt wird diese Erwartung von der als "falkenhaft" interpretierten Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole/Wyoming. Daneben befeuert der deutliche Anstieg der Ölpreise Inflationsängste.
Im besonders belasteten Technologiesektor verbilligen sich Nvidia um 2,0 und Advanced Micro Devices um 2,8 Prozent. Micron geben um 1,5 Prozent nach.
Symrise verkauft US-Tochter
Symrise verkauft sein US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an den Münchener Finanzinvestor Mutares. Durch die Transaktion erwarte Symrise einen nicht zahlungswirksamen Verlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilte der Duftstoff- und Aromenhersteller mit. Mit dem Schritt wolle sich der Konzern auf seine zentralen Wachstumsplattformen konzentrieren. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Symrise und das verkaufte Unternehmen AmeriTerpenes wollen ihre Geschäftsbeziehung aber fortsetzen. Liefervereinbarungen sicherten den langfristigen Zugang zu terpenbasierten Rohstoffen. AmeriTerpenes stellt an Standorten in den US-Bundesstaaten Florida und Georgia Inhaltsstoffe für Duft-, Geschmacks- und Industrieanwendungen her. Für den Käufer Mutares bedeutet die Übernahme eine Stärkung seines Chemie-Segments und der Präsenz auf dem US-Markt.
Renditen von US-Staatsanleihen erreichen immer neue Höchststände
Ein weltweiter Ausverkauf bei Anleihen setzt sich fort und treibt die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe, da der Krieg im Iran die wirtschaftlichen Aussichten eintrübt. Anleger sorgen sich über die steigende Staatsverschuldung und die hartnäckige Inflation. Der Ölpreis steigt weiter, wobei WTI um 2,5 Prozent auf 87,92 US-Dollar zulegt. Der JOLTS-Bericht für Juli bildet den Auftakt zu einer Reihe von US-Arbeitsmarktdaten, die die Märkte in dieser Woche wahrscheinlich bewegen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im September steigt auf 66 Prozent von 65 Prozent am Vortag.
Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe, die empfindlicher auf die Geldpolitik der Fed reagiert, erreicht 4,369 Prozent, was der höchste Schlussstand seit Januar 2025 wäre. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe steigt bis auf 4,797 Prozent, ebenfalls der höchste Stand seit 19 Monaten.
Schwedische Firma kauft Traditionsmarken Uhlsport und Kempa
Der börsennotierte schwedische Textilkonzern New Wave Group kauft den traditionsreichen Sportartikelhersteller Uhlsport aus Balingen. Eine Erklärung zur Übernahme von 100 Prozent der Aktien habe man unterzeichnet, die Transaktion solle bis Anfang Oktober abgewickelt werden, teilte die New Wave Group mit. Die Uhlsport GmbH verkündete, man werde durch die Übernahme Teil einer internationalen Unternehmensgruppe.
Die Firma im Zollernalbkreis wurde 1948 als Spezialist für Lederstollen gegründet und vertreibt unter den Marken "Uhlsport" und "Kempa" Bekleidung, Accessoires und Ausrüstung für Teamsportarten, insbesondere für Fußball und Handball. Mit Zentrallagern in Balingen und Bisingen sowie Tochtergesellschaften in Frankreich, Schweden und Spanien verkauft das Unternehmen laut New Wave Group seine Produkte an Kunden in ganz Europa und weltweit. Im vergangenen Jahr habe Uhlsport einen Umsatz von rund 67 Millionen Euro gemacht und dabei einen geringfügigen Verlust verzeichnet.
E-Autobauer Nio verringert Verlust
Der chinesische Elektrofahrzeughersteller Nio hat dank robuster Auslieferungen und seiner Premium-Positionierung einen geringeren Quartalsverlust gemeldet. Zudem signalisierte das Unternehmen trotz eines verhaltenen Starts in das dritte Quartal eine zunehmende Dynamik.
Um das Wachstum anzukurbeln, hat Nio zunehmend auf seine neueren und volumenstärkeren Modelle gesetzt. Zudem hat das Unternehmen versucht, seinen Kundenstamm mit seinen Marken ONVO und Firefly zu erweitern, die jeweils das mittlere bzw. das Premium-Kompakt-Segment für Elektrofahrzeuge bedienen.
Neues vom Geldmarkt
Die jüngsten Preisdaten aus der Eurozone unterstreichen die Erwartung einer Zinserhöhung auf der anstehenden September-Sitzung der EZB. Der Preisdruck in der Eurozone hat im August wie erwartet zugenommen, wobei die Kerninflation unerwartet sank. Der europäische Geldmarkt zeigt praktisch keine Reaktion auf die Daten, eine Zinserhöhung am Donnerstag nächster Woche ist bereits fest in den Sätzen eingepreist.
Tagesgeld: 2,15 - 2,35 (2,18 - 2,38), Wochengeld: 2,17 - 2,37 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,27 - 2,57 (2,39 - 2,69), 3-Monats-Geld: 2,55 - 2,60 (2,53 - 2,72), 6-Monats-Geld: 2,66 - 2,91 (2,71 - 2,89), 12-Monats-Geld: 2,92 - 3,22 (2,98 - 3,03), Euribors: 31.08. 30.08. 3 Monate: 2,5930 2,5730, 6 Monate: 2,7700 2,7620, 12 Monate: 3,0030 2,9810
Gaspreise so hoch wie seit 2023 nicht mehr
Die Furcht vor Lieferunterbrechungen wegen der neu aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten treibt die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Der europäische Gas-Future zog heute in der Spitze gut zwei Prozent auf 71,50 Euro je Megawattstunde an. Seit Anfang August haben die Preise damit mehr als 20 Prozent zugelegt. US-Präsident Donald Trump hatte nach dem ersten direkten Schlagabtausch mit dem Iran seit einem Monat am Montag weitere Angriffe angedroht. Hintergrund der Nervosität am Markt sind zudem die niedrigeren Füllstände der europäischen Gasspeicher.
Diese sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe derzeit zu rund 65 Prozent gefüllt. Das sei der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 und gut zwölf Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. Um am 1. November einen Füllstand von 80 Prozent der Gasspeicher zu erreichen, wären zwischen August und Oktober 25 Milliarden Kubikmeter Gaseinspeisung erforderlich und damit neun Milliarden Kubikmeter mehr als im Vorjahr.
Frasers Group strebt Mehrheit bei Hugo Boss an
Die britische Frasers Group, Hugo Boss' größter Aktionär, plant bei dem Modekonzern weiter aufzustocken und prüft ihre Unterstützung für den Aufsichtsratsvorsitzenden des im MDax notierten Modekonzerns. Wie Frasers mitteilte, plant man Aktienbesitz und Stimmrechte auf mehr als 50 Prozent zu steigern von den derzeitigen 47,89 Prozent. Geschehen soll dies durch den Kauf weiterer Aktien oder Finanzinstrumente.
Per 24. August, nach Ende des Übernahmeangebots, hält Frasers 47,89 Prozent an Aktienbesitz und Stimmrechten an Hugo Boss. Darüber hinaus sind Frasers 29,72 Prozent auf Finanzinstrumente wie Put-Optionen auf Hugo-Boss-Aktien zuzurechnen, die zwischen dem 18. Dezember 2026 und dem 21. Dezember 2029 fällig werden.
Inflation in der Eurozone befeuert Ausverkauf bei Anleihen
Die Inflation in der Eurozone ist im August auf 3,3 Prozent gestiegen. Dies untermauert die Argumente für eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank und befeuert den weltweiten Ausverkauf bei Anleihen zusätzlich. Die auf das Jahr hochgerechnete Inflationsrate liegt seit März über dem Zielwert der Bank von 2,0 Prozent, kurz nachdem der Beginn des US-Krieges mit dem Iran die Energiepreise in die Höhe getrieben hatte. Schon vor der heutigen Datenveröffentlichung wurde erwartet, dass die EZB auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche die Zinsen anheben würde.
Analysten zu Auswirkungen der chinesischen Wohnungsbaureformen
Die Wohnungsbaureformen in China könnten die Bautätigkeit in der Volksrepublik belasten, schreibt BofA Securities in einer Research Note. Es sei ermutigend, dass sich die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe im August gegenüber Juli verbessert habe, hebt BofA hervor. Die Bautätigkeit sei jedoch weiterhin schwach geblieben. Die vergangene Woche angekündigte Wohnungsbaureform, die vorschreibe, dass künftige Wohnprojekte als fertiggestellte Häuser oder erst nach Fertigstellung des Rohbaus verkauft werden dürften, könnte den Kapitalumschlag der Bauträger verringern, schreibt BofA. Dies könnte die immobilienbezogene Bautätigkeit in Zukunft weiter belasten, meint BofA.
Dax schlägt US-Markt: Ist der Weg nach oben frei?
Softwareaktien feiern ihr Comeback - und geben auch dem Dax neuen Schwung. Doch was treibt den deutschen Leitindex noch an? Ist der Weg nach oben jetzt frei - und wie können Anleger profitieren? Darüber spricht Raimund Brichta mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Dax rauscht unter 26.000
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat weiter kräftig Federn gelassen. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 1,1 Prozent tiefer bei 25.960 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 0,8 Prozent auf 6367 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent schwächer bei 1,1595 US-Dollar.
Haariger Börsenmonat September
Dass der September ein traditionell schlechter Börsenmonat ist, kann auch Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar bestätigen. Er blickt auf die denkwürdigsten Einbrüche zurück und erklärt, warum er fest mit einer baldigen Zinsanhebung im EU-Raum rechnet.
"Rückkehr der Inflationsrate unter 3,0 Prozent steht erstmal nicht bevor"
Die neuesten Daten zur Inflation in der Eurozone finden starke Beachtung. "Die Inflationsrate steigt nicht nur, sie notiert auch höher als vor zwei Monaten angenommen", analysierte der Chefvolkswirt von Bethmann HAL, Alexander Krüger. "Für den Anstieg spielen Sonderfaktoren eine Rolle, das alleinige Inflationsübel sind sie aber nicht. Einer Rückkehr der Inflationsrate unter 3,0 Prozent steht erstmal nicht bevor. Die Hitzewelle und das Niedrigwasser in manchen Flüssen werden die Inflationsrate hochhalten. All das ist Wasser auf die Mühlen der EZB, die Leitzinsen rasch zu erhöhen. Eine Zinserhöhung in der nächsten Woche dürfte als sicher gelten. Die niedrigere Kernrate wird die EZB kaum davon abhalten. Wenn die EZB jetzt nicht die Zinsen erhöht, wann dann?"
Hohe Euroraum-Inflation "schreit" nach EZB-Zinsanhebung
Die Inflation in der Eurozone zieht kräftig an und macht eine baldige Zinserhöhung der EZB immer wahrscheinlicher. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli, wie das EU-Statistikamt Eurostat auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Experten hatten damit gerechnet. Insbesondere Energie erwies sich vor dem Hintergrund des Iran-Krieges erneut als Preistreiber: Sie verteuerte sich im August um 14,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Die EZB peilt bei der Gesamtinflation einen Wert von 2,0 Prozent. Zuletzt mehrten sich die Signale, dass sich die Währungshüter mit einer Zinserhöhung gegen den Preisauftrieb stemmen werden.
Der nächste Zinsentscheid steht auf einer auswärtigen Sitzung am 10. September in Berlin an. An den Finanzmärkten wird mit einer Erhöhung des zum Steuern der Geldpolitik maßgeblichen Einlagesatzes um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent gerechnet.
Novartis-Aktie steigt kräftig nach MS-Studienerfolg
Kräftig nach oben ist es mit der Novartis-Aktie gegangen, sie stieg um 4,3 Prozent. Der Schweizer Pharmakonzern hat in entscheidenden Studien mit seinem Medikament Remibrutinib zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) positive Ergebnisse erzielt. Das Unternehmen plane nun, weltweit die Zulassung für das Mittel bei schubförmiger MS zu beantragen, teilte Novartis mit. Die positive Entwicklung wurde jedoch durch einen Rückschlag in einem anderen Forschungsbereich getrübt: Nach drei Todesfällen musste Novartis mehrere Studien zu einer experimentellen Zelltherapie aussetzen.
Deutsche Industrie gewinnt im August an Stärke
Die deutsche Industrie hat im August deutlich an Dynamik gewonnen. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,3 von 52,2 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 54,1 ermittelt worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Ein beschleunigter Anstieg der Auftragseingänge sorgte für die höchsten Produktionszuwächse seit mehr als viereinhalb Jahren. Die Umfrageergebnisse signalisierten allerdings auch eine Zunahme der Lieferengpässe. Dies führte wiederum zu deutlich höheren Einkaufsmengen, da die Hersteller versuchten, sich vorsorglich mit Rohmaterialien einzudecken.
Ist Apple im KI-Rennen nur noch Verfolger?
Apple war einst der Inbegriff technologischer Innovation - bei Künstlicher Intelligenz droht der Konzern jedoch den Anschluss zu verlieren. ntv-Finanzexperte Patrick Dewayne erklärt, welche Baustellen der neue Apple-Chef John Ternus angehen muss und warum ein faltbares iPhone allein nicht reichen wird.
Ölpreise klettern weiter
Thema bleibt weiterhin die erneute Eskalation des US-Iran-Konflikts, wie die Commerzbank-Marktexperten betonen. "Die erneuten Feindseligkeiten zerstörten die jüngsten Hoffnungen auf Fortschritte bei der Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus." Trump habe zudem signalisiert, dass man zu weiteren Angriffen bereit sei. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,9 Prozent auf 91,27 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,1 Prozent fester bei 86,73 Dollar.
Anthropic schließt Deal mit Nvidia-Partner
Anthropic hat offenbar einen Vertrag im Wert von 35 Milliarden Dollar mit dem von Nvidia unterstützten Cloud-Anbieter Lambda geschlossen. Dabei gehe es um die Nutzung eines Rechenzentrums im US-Bundesstaat Texas, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Das Projekt mit einer Kapazität von rund 350 Megawatt werde von dem Rechenzentrums-Betreiber Hut 8 entwickelt.
Hintergrund ist die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Recheninfrastruktur seit der Einführung von Diensten mit künstlicher Intelligenz. Anthropic, ein Konkurrent von OpenAI, expandiert aggressiv, um die erwartete Nachfrage nach seinen KI-Produkten wie dem Programmier-Tool Claude Code zu decken. Der Konzern hatte erst vergangene Woche angekündigt, 45 Milliarden Dollar für die Anmietung von Rechenleistung in einem Rechenzentrum in West Virginia ausgeben zu wollen. Die Zeitung "Wall Street Journal" hatte zuerst über den neuen Vertrag berichtet.
Gemengelage drückt Dax abwärts
Mit Verlusten startet der Dax in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der zu Wochenbeginn 1,2 Prozent auf 26.258 Punkte eingebüßt hatte, notiert aktuell im Bereich von 26.130 Zählern. Die belastenden Themen sind dabei gleich geblieben: Nahost-Krieg, Ölpreisanstieg, Inflation. Am Vormittag werden frische Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone veröffentlicht.
"Es ist ein großer Fehler der VW-Führung …"
Wenige Tage vor der Aufsichtsratssitzung über den Sparkurs bei Volkswagen hat IG-Metall-Chefin Christiane Benner Konzernchef Oliver Blume Fehler vorgeworfen. Dieser stelle sich mit der Ankündigung von Werkschließungen gegen Betriebsvereinbarungen, sagte Benner der "Augsburger Allgemeinen". "Mit der IG Metall werden die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm nicht geschlossen", kündigte sie Widerstand bei der Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag an. Benner ist Mitglied in dem Gremium.
"Es ist ein großer Fehler der VW-Führung, Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm anzuzählen, 50.000 weitere Arbeitsplätze abbauen zu wollen und zugleich zu verkünden, die Umsatzrendite müsse von zuletzt 3,8 bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigen", sagte Benner. Der Konzern könne die vier Werke aber nicht schließen. "Wir haben Ende 2024 eine Vereinbarung geschlossen, die der Vorstand unterschrieben hat und die er zu erfüllen hat."
US-Rivalen enteilen Europas Großbanken
Die US-Konkurrenz ist Europas führenden Banken trotz besserer Geschäfte auch diesseits des Atlantiks im ersten Halbjahr wieder weiter enteilt. Während die zehn größten europäischen Institute ihren Gewinn in Summe zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent steigern konnten, ging es für die Wettbewerber in den Vereinigten Staaten um 42 Prozent nach oben. Das geht aus einer Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor.
Demnach kamen die nach Bilanzsumme zehn größten Banken in Europa zusammen auf rund 58,7 Milliarden Euro Nettogewinn. Bei den Top-10 in den USA war es mit gut 110,6 Milliarden Euro fast doppelt so viel und zugleich ein Rekordwert für die ersten sechs Monate in der vergangenen Dekade.
Spirale aus Ölpreisanstieg, Verschuldung und Inflation
Mit leicht fallenden Kursen rechnen Händler zum Dax-Start. Die Vorlagen sind durchwachsen. Asiens Börsen zeigen sich uneinheitlich. Sorgen macht die selbstverstärkende Spirale aus Ölpreisanstieg, Verschuldung und Inflation.
Der klar stärker als erwartete Anstieg der Inflation vor allem in Frankreich und Spanien wurde bereits vor allem darauf zurückgeführt, in Deutschland lag die Inflationsrate mit 2,9 Prozent ebenfalls höher als erwartet, aber nur minimal. Mit Argusaugen wird nun auf die EU-Inflation geblickt, die am späten Vormittag mitgeteilt wird. Ökonomen rechnen mit 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli.
Dazu kommt der Ausbruch der US-Anleiherenditen nach oben, der auch in Europa für steigende Renditen sorgt. Die Renditen deutscher Bundesanleihen erreichten zuletzt 15-Jahreshochs und dürften diesen Trend fortsetzen, meint ein Marktteilnehmer. Damit steige die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung in rund zwei Wochen immer stärker. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird aktuell bei rund 66 Prozent gesehen.
Preismanipulation? US-Behörde verklagt Amazon
Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehr als 20 Bundesstaaten haben Amazon wegen des Vorwurfs der Preismanipulation bei Werbeanzeigen verklagt. Dies geht aus Gerichtsunterlagen hervor. Die Aktien des weltgrößten Online-Händlers verloren im Zuge der Nachricht rund drei Prozent.
Dem "Wall Street Journal" zufolge wirft die Behörde Amazon vor, Werbekunden getäuscht zu haben. Amazon habe heimlich den Mindestpreis angehoben, den diese für die Platzierung ihrer Anzeigen zahlen mussten. Dadurch sei den Kunden ein Schaden in Milliardenhöhe entstanden, berichtete das Blatt unter Berufung auf FTC-Vertreter. Die beteiligten Bundesstaaten könnten nun zivilrechtliche Strafen fordern und versuchen, einen Teil der Gelder zurückzuerlangen.
Asien-Börsen suchen eine Richtung
Uneinheitlich geht es an den Börsen in Ostasien und Australien zu. Weiter sorgt die deutlich gestiegene Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank für Verunsicherung und Kaufzurückhaltung, wie Marktteilnehmer berichten. Mittlerweile wird am Zinsterminmarkt mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine US-Zinserhöhung im September eingepreist. Dazu kommt der fortgesetzte Anstieg der Preise am Ölmarkt, wo es in den vergangenen Wochen relativ ruhig zugegangen war. Seit den jüngsten gegenseitigen Attacken der USA und des Irans geht es mit den Preisen aber nach oben, was Inflations- und damit zugleich Zinserhöhungsspekulationen befeuert.
In Tokio legt der Topix um 0,7 Prozent zu, der Kospi im südkoreanischen Seoul bewegt sich um seinen Vortagesschlussstand. Die südkoreanischen Exporte sind im August im Vergleich zum Vorjahr um 68,7 Prozent gestiegen, was die Erwartungen von Ökonomen übertrifft. Die Daten unterstreichen die anhaltende Stärke der weltweiten Nachfrage nach Technologieprodukten, insbesondere Halbleitern, vor dem Hintergrund des KI-Booms. Die Kurse der Halbleiter-Dickschiffe SK Hynix und Samsung Electronics gewinnen 1,3 und 0,4 Prozent.
Auch in Shanghai bewegt sich das Marktbarometer, der Composite-Index, kaum. Dafür geht es in Hongkong um 1,0 Prozent abwärts. Sydney folgt wie oft mehr der US-Vorgabe, der S&P/ASX-200 büßt 0,4 Prozent ein.
Apple attackiert OpenAI
Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI vor, Geschäftsgeheimnisse des iPhone-Konzerns genutzt zu haben. Einem bei einem US-Bundesgericht eingereichten Antrag zufolge soll ein ehemaliger Apple-Ingenieur bei seiner jetzigen Tätigkeit für OpenAI auf einen Schaltplan für einen Stromrichter zugegriffen haben. Apple wirft dem Mitarbeiter vor, mit den geschützten Informationen im März 2026 eine Künstliche Intelligenz (KI) trainiert zu haben. Die neuen Beweise stammen den Angaben zufolge von einem MacBook-Computer, den OpenAI im Rahmen des Gerichtsverfahrens am 21. August an Apple übergeben hatte. Apple beantragte bei dem Gericht eine Beschleunigung des Beweisaufnahmeverfahrens. OpenAI hat versucht, die Klage abweisen zu lassen, mit der Begründung, man entwickle "völlig neue" Produkte.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,78 Yen und legt leicht auf 6,7205 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8094 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1607 Dollar und bröckelt leicht auf 0,9395 Franken ab.
Pille statt Abnehmspritze: Germany first
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk bringt die Pillen-Variante seines Abnehmmedikaments Wegovy in Deutschland auf den Markt. Deutschland ist damit das erste Land in der EU, in dem das Präparat zur Gewichtsreduktion in dieser Form angeboten wird. Der Schritt verschärft den Wettbewerb mit dem US-Rivalen Eli Lilly auf dem lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente.
Von der gesetzlichen Krankenversicherung wird das Mittel nicht erstattet, da Abnehmpräparate in Deutschland rechtlich als Lifestyle-Medikamente gelten. Mediziner fordern jedoch, diesen Ausschluss für schwere Fälle zu überdenken, da der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senke.
Nahost-Konflikt treibt Anleiherenditen
Die Eskalation im Nahost-Konflikt und ein steigender Ölpreis verunsichern die Anleger und treiben die Renditen von Staatsanleihen weltweit auf neue Höchststände. Der Preis für die Rohölsorte Brent klettert über die Marke von 91 Dollar je Barrel. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen steigt auf ein 20-Monatshoch von 4,78 Prozent.
An den asiatischen Börsen halten sich die Anleger daher zurück. Die Nervosität vor den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, die den Weg für eine baldige Zinserhöhung ebnen könnten, belastet die Stimmung zusätzlich. In Japan nähert sich die Rendite der zehnjährigen Anleihen der Marke von drei Prozent, einem seit einer Generation nicht mehr gesehenen Niveau.
Shein-Aktie startet mit deutlichem Minus
Mit einem deutlichen Minus ist die Shoppingplattform Shein in der Finanzmetropole Hongkong an die Börse gegangen. Kurz nach Handelsbeginn lag die Aktie des Modeverkäufers in den ersten Minuten zeitweise mit rund acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein der Firma kostete zwischen 44 und 45 Hongkong-Dollar (etwa 4,83 Euro bis 4,94 Euro).
Vor dem Börsendebüt war der Angebotspreis für eine Shein-Aktie auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Der Wert des Unternehmens lag damit ungefähr bei umgerechnet rund 22,4 Milliarden Euro.
Die Plattform hatte einige Jahre auf ihren Börsenstart warten müssen. Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte Shein jedoch am Widerstand Pekings.
Eine Ära endet in den USA, eine neue beginnt in China
Das Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie der damit einhergehende Ölpreisanstieg haben dem Dax den Wochenstart verhagelt. Auch die deutschen Inflationsdaten drückten auf die Stimmung der Anleger, sodass der deutsche Börsenleitindex am Ende 1,2 Prozent schwächer mit einem Stand von 26.258 Punkten schloss. Über den gesamten August betrachtet, legte er aber gut 2,5 Prozent zu.
Heute geht es weiter mit Verbraucherpreisdaten. Diesmal kommen sie aus der Eurozone. Dabei dürfte die Inflation weiter auf dem Vormarsch sein. Klarheit bringen die Daten des EU-Statistikamts für August: Experten erwarten, dass die Verbraucherpreise im Euroraum zum Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen sind. Im Juli lag die Teuerungsrate noch bei 2,9 Prozent. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die EZB den Leitzins auf der nächsten Sitzung am 10. September anheben wird, um dem Preisauftrieb Paroli zu bieten.
Auf der Unternehmensseite richtet sich der Blick zunächst nach China, denn dort feiert der einheimische Billigmodehändler Shein sein Börsendebüt an der Hongkonger Börse. Der Ausgabepreis wurde auf 48,56 Hongkong-Dollar festgelegt, etwa die Mitte der Preisspanne, zu der die Aktien zur Zeichnung angeboten wurden. Damit nimmt das in Singapur ansässige Unternehmen rund 1,7 Milliarden US-Dollar ein und kommt auf eine Bewertung von etwa 26,5 Milliarden US-Dollar. Dies ist deutlich weniger als die knapp 100 Milliarden Dollar, mit denen Shein noch 2022 bewertet worden war. Zuvor hatte der Konzern über mehrere Jahre hinweg versucht, in New York und London an die Börse zu gehen. In den USA und Europa hat Shein mit regulatorischen Hürden und wachsendem Wettbewerb zu kämpfen.
Am Nachmittag liegt der Fokus dann in den USA, denn nach rund 15 Jahren endet die Ära von Tim Cook bei Apple. John Ternus übernimmt offiziell den Chefposten. Das Apple-Eigengewächs leitete bislang die Hardware-Entwicklung und verantwortete unter anderem die Einführung der Kopfhörer AirPods sowie des MacBook Neo, mit dem das Unternehmen in den Markt preisgünstiger Laptops vorstieß. Seine Philosophie erinnert an Apple-Gründer Steve Jobs: Das Kundenerlebnis steht über der reinen Technologie.
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