Die Inflation hält den Dax in Schach
Leichter ist der deutsche Aktienmarkt aus dem Handel gegangen. Nach einer Fülle starker US-Wirtschaftsdaten und hoher Inflationszahlen aus den USA und Europa verflog die anfänglich gute Laune schnell. Der Dax fiel um 0,8 Prozent auf 25.199 Punkte.
Schon die Inflationsdaten aus Europa verhießen nichts Gutes. Die September-Verbraucherpreise aus Deutschland sprangen um 3,3 Prozent zum Vorjahr an, in Italien sogar um 4,1 Prozent. Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) in den USA stieg gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, aber lag nur noch um 3,4 (Juli: 3,7) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Er steht damit aber weiterhin deutlich entfernt vom Inflationsziel der US-Notenbank von 2 Prozent.
Gleichzeitig zeigten die US-Konjunkturdaten eine extrem starke Wirtschaft. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) Chicago sprang auf 58,8 Punkte nach 47,1 im Vormonat und der ADP-Arbeitsmarktbericht zeigte kräftige Gehaltsanstiege bei US-Arbeitnehmern, die einen Jobwechsel vornehmen. "Diese Wirtschaft kann Zinserhöhungen ohne Wenn und Aber ertragen", sagte ein Händler.
Doppelt freiwilliger Stellenabbau - Mercedes legt Abfindungsprogramm auf
Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer in Stuttgart mit.
Mercedes habe bereits mit seinem Sparprogramm wichtige Schritte eingeleitet, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Um die erforderlichen strukturellen Anpassungen weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich gestalten zu können, werde das freiwillige Abfindungsprogramm in den indirekten Bereichen wiederbelebt. Individuelle Angebote erhielten Tarifbeschäftigte und zum Teil auch Führungskräfte.
Weiterhin gelte das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen müssten einem Ausscheiden zustimmen.
Hewlett Packard Enterprise begeistert die Anleger
Ein Auftrag in Milliardenhöhe und eine angehobene Prognose treiben die Aktien von Hewlett Packard Enterprise an. Die Papiere des KI-Server-Herstellers steigen an der Wall Street um fast sieben Prozent. HPE erhielt nach eigenen Angaben einen Auftrag der Cloud-Firma Vultr im Wert von 1,2 Milliarden Dollar für die Lieferung von KI-Systemen. Zudem hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Netzwerkgeschäft an. Für 2027 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum in dem Segment im hohen Zehner- bis niedrigen Zwanziger-Prozentbereich.
Zuvor hatte das Unternehmen ein Plus von 14 bis 17 Prozent in Aussicht gestellt. HPE profitiert wie seine Konkurrenten Dell und Super Micro Computer davon, dass Kunden zunehmend Server und Netzwerkprodukte für KI-Anwendungen wie ChatGPT kaufen. Zudem will das Unternehmen durch die Übernahme von Juniper Networks bis Ende des Geschäftsjahres 2028 nun jährliche Einsparungen von 800 Millionen Dollar erzielen, 200 Millionen mehr als bislang geplant.
Reiches Speicher-Anweisung lässt Gaspreis steigen
Nach der Anordnung des Bundeswirtschaftsministeriums, die Gasspeicher zu befüllen, ziehen die Gaspreise an. Der europäische Erdgas-Future stieg am Mittwoch in der Spitze um 6,6 Prozent auf bis zu 73 Euro je Megawattstunde. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wies das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe an, mehr Gas einzuspeichern.
Die Anordnung solle auch ein Signal an weitere Unternehmen sein. Sefe soll nach eigenen Angaben bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden (TWh) Gas beschaffen und einspeichern. Die Menge entspricht knapp einem Prozent des deutschen Gasverbrauchs von 864 TWh im vergangenen Jahr, wie Daten der Bundesnetzagentur zeigen. Die Füllstände der Gasspeicher sind wegen der gestiegenen Preise wegen des Iran-Kriegs ungewöhnlich niedrig.
Neuer Barbie-Konzernchef verunsichert Anleger
Die Ankündigung eines Chefwechsels beim "Barbie"-Hersteller Mattel hat die Anleger verunsichert. Die Papiere des US-Spielwarenanbieters verlieren vorbörslich fast vier Prozent. Konzernchef Ynon Kreiz tritt laut Mattel zum 2. Oktober zurück, um eine Führungsposition bei einem anderen börsennotierten Unternehmen zu übernehmen.
Kreiz stand seit 2018 an der Spitze von Mattel und trieb die Expansion über das traditionelle Spielzeuggeschäft hinaus in die Bereiche Unterhaltung und digitale Spiele voran. Ihm folge bis zum 2. November das bisherige Verwaltungsratsmitglied Roger Lynch nach.
Der Wechsel folgt auf Forderungen des Investors Southeastern Asset Management. Dieser hatte Anfang des Jahres eine Prüfung strategischer Optionen angeregt, darunter eine Übernahme durch den Rivalen Hasbro oder einen Rückzug von der Börse. Zuletzt hatte Mattel zwar die Umsatzerwartungen der Analysten für das zweite Quartal übertroffen. Der Gewinn war jedoch wegen zollbedingter Kosten und Investitionen, um den Umsatz zu steigern, hinter den Prognosen zurückgeblieben.
VW kündigt Tarifverträge
Jetzt ist es offiziell: Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat Volkswagen eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte der Autohersteller in Hannover mit. Nach IG-Metall-Angaben handelt es sich um zehn Tarifverträge, darunter ist auch der wichtige Manteltarifvertrag.
Trotz Hormusblockade - Ölexporte vom Golf erreichen Vorkriegsniveau
Rohölexporte arabischer Länder am Persischen Golf erreichen einem Bericht des Datenanbieters Kpler zufolge Größenordnungen wie vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Rohölausfuhren durch die Straße von Hormus lägen im Wochendurchschnitt zuletzt sogar leicht über Vergleichswerten vor Ausbruch der Angriffe in der Meerenge, heißt es laut DPA in einem Bericht.
Die Daten beziehen sich vor allem auf unverarbeitetes Rohöl. Raffinierte Produkte wie Benzin kommen bis zum Berichtsende am Montag auf lediglich etwa 19 Prozent der Ausfuhren vor dem Krieg, heißt es weiter.
Eine entscheidende Rolle spielen demnach Ausfuhren durch Pipelines an die Küsten außerhalb des Golfes und eine von der US-Marine begleitete "Shuttle-Flotte": Mindestens 63 VLCC-Supertanker seien dafür unterwegs, wovon 35 Schiffe etwa alle 16 Tage Hin- und Rückfahrten durch die Meerenge absolvierten, schreibt Kpler.
US-Aktienmarkt startet mit leichten Aufschlägen
Mit leichten Aufschlägen ist die Wall Street zur Wochenmitte in den Handel gestartet. Die mit Spannung erwarteten Inflationsdaten fielen unter der Prognose aus, was die Erwartung an eine Zinserhöhung der US-Notenbank noch im Oktober weiter zurückgehen lässt.
Bereits zuvor hatten die Märkte ihre Erwartungen an weitere Zinsanhebungen reduziert, nach Aussagen des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams, wonach sich die US-Notenbank mit ihrer nächsten Zinserhöhung noch etwas Zeit lassen kann.
Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,1 Prozent auf 51.417 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verbessert sich um 0,4 Prozent und für die technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es um bis zu 0,6 Prozent nach oben.
Die Kernrate der PCE-Inflation auf 12-Monats-Sicht, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, lag bei 3 Prozent und kühlte sich damit von 3,3 Prozent im Vormonat ab. Ökonomen hatten mit einer unveränderten Rate gerechnet. Er liegt damit aber immer noch deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank von 2,0 Prozent. "Der Erhebungszeitraum August profitiert von einer zwischenzeitlichen Delle im US-Benzinpreis bis 3 Dollar die Gallone", sagt ein Händler. Gleich danach sei es jedoch wieder nach oben auf rund 3,60 Dollar gegangen. Dies werden erst die September-Daten zeigen.
USA melden überraschenden Wirtschafts-Wachstumsschub
Die US-Wirtschaft zeigt sich besser in Form als angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 1,5 Prozent ergeben. Angekurbelt wurde das Wachstum vor allem von privaten Konsumausgaben, Investitionen und Exporten.
"Der Befund bleibt also, dass die US-Wirtschaft robust wächst", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. Für das gerade ablaufende dritte Quartal deute sich sogar eine Wachstumsbeschleunigung an. "Ein ansprechendes Wirtschaftswachstum ist eigentlich ein Garant, um Zwischenwahlen zu gewinnen", betonte Krüger mit Blick auf die Regierung von Präsident Donald Trump und die sogenannten Midterms im November. "Wegen hoher Energiepreise und des Iran-Kriegs liegt der Fokus der US-Bürger aber eher woanders."
BMW schrumpft sein Management um ein Fünftel
BMW will seine Strukturen vereinfachen, um schneller zu werden. Bis Mitte 2027 soll die Zahl der "Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen" um 20 Prozent sinken, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei geht es zunächst um die relativ hohe Bereichsleiterebene, der Effekt werde sich aber auch auf niedrigeren Managementebenen niederschlagen. Ein in Zahlen großer Jobabbau ist damit aber nicht verbunden.
BMW hat bereits im Sommer ein freiwilliges Jobabbauprogramm in allen Bereichen außer der Produktion angekündigt. Weltweit soll die Zahl der Mitarbeiter nach Angaben aus Unternehmenskreisen um rund 8.000 sinken - viele Jobs werden dabei wohl in der Verwaltung aber auch in der Entwicklung in Deutschland wegfallen.
Stellenaufbau in den USA beschleunigt sich
Die US-Unternehmen haben im September mehr Stellen aufgebaut als gedacht. In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 90.000 Jobs hinzu, wie aus der veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur ein Plus von 70.000 Stellen erwartet, nach revidiert 36.000 im August.
Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung an, der neben den Jobs in der Privatwirtschaft auch die Stellenentwicklung im Staatssektor umfasst. Für den Job-Report erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 90.000, nachdem im August 162.000 Arbeitsplätze hinzugekommen waren. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet genau auf diese Daten, da sie für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll. Sie hat den Leitzins Mitte September auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Fed dieses Jahr nachlegt.
Geht's nach dem "Horror-September" jetzt aufwärts an der Börse?
Verteidigung will Wirecard-Prozess platzen lassen
Im Münchner Wirecard-Prozess wollen die Verteidiger des früheren Vorstandschefs Markus Braun das seit fast vier Jahren laufende Verfahren noch auf den letzten Metern aushebeln. Brauns Anwältin Theres Kraußlach forderte die Aussetzung des Prozesses und begründete das mit dem Recht Brauns auf ein faires Verfahren. Die Sachlage in dem Prozess habe sich "grundlegend geändert".
Eine Aussetzung würde bedeuten, dass das seit Dezember 2022 laufende Verfahren um den mutmaßlich größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte von vorn beginnen müsste. Das Gericht hingegen will eigentlich zum Ende kommen, der Vorsitzende Richter Markus Födisch kündigte eine schnelle Entscheidung der Kammer über den Aussetzungsantrag an.
Die Verteidigung will den Ausgang eines separaten Betrugsverfahrens gegen eine frühere Wirecard-Managerin abwarten, die mutmaßlich eine wichtige Rolle in dem 2020 aufgedeckten Milliardenbetrug bei Wirecard spielte. Die Rolle der Frau sei "für die Wahrheitsfindung von zentraler Bedeutung", argumentierte Brauns Verteidigerin. "Ansonsten besteht die Gefahr eines Fehlurteils zu Lasten von Herrn Dr. Braun."
"Trump-Inflation" hält Aktienmärkte in Schach
Etwas leichter zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am frühen Nachmittag. Die Freude über taubenhafte Kommentare von US-Notenbank-Mitglied John Williams ist verflogen. Vor allem die sehr hohen Inflationsdaten aus Europa haben schockiert. Der von US-Präsident Trump gestartete Krieg gegen den Iran und die folgende Ölpreis-Explosion fressen sich immer stärker in die Kostenstrukturen von Europas Wirtschaft. Die EU warnt nun vor "sehr hohen" Energiekosten auch im Winter, das Ifo-Institut stellt fest, dass sich immer mehr Zweitrunden-Effekte der Inflation zeigen.
Der Dax notiert 0,2 Prozent tiefer bei 25.350 Punkten, der Euro-Stoxx-50 fällt ebenfalls um 0,2 Prozent auf 6.306 Punkte. Der Ölpreis notiert knapp unter der Marke von 104 Dollar.
Volkswagen will Tarifverträge kündigen - Streiks möglich
Volkswagen will nach Angaben der Arbeitnehmerseite mehrere Haustarifverträge kündigen. Dies habe der Vorstand bei einem Treffen in Hannover angekündigt, teilten die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat mit. Die Kündigungen sollten noch am selben Tag übermittelt werden.
Betroffen seien etwa die tarifliche Zusatzvergütung, bei der Beschäftigte zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen oder einer Zahlung von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens wählen können. Zudem könnten Vereinbarungen zu anderen Zulagen, dem Manteltarifvertrag mit seinen Arbeitszeitregeln und zur Ausbildung betroffen sein.
Details habe die Arbeitgeberseite um Verhandlungsführer Arne Meiswinkel zunächst nicht genannt, erklärte die IG Metall. Die vom Vorstand angestrebten Kündigungen könnten frühestens ab Januar 2027 wirksam werden.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach von Erpressung und kündigte Widerstand gegen den Vorstoß an. "Ich rechne mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel." Dann endet die Friedenspflicht im ebenfalls gekündigten Vergütungstarifvertrag - Streik wäre dann möglich.
Inflation springt über Drei-Prozent-Marke
Hohe Energiepreise haben die Teuerung in Deutschland erstmals seit Ende 2023 über die Marke von drei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise lagen im September um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,9 Prozent Inflation im August, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.
Wieder Glyphosat: Bayer vor wegweisendem Prozess
In den USA hat ein neuer Prozess um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto begonnen. Die Anwälte von drei Krebspatientinnen warfen dem Unternehmen vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri vor, das Mittel vor dem Verkauf nicht ausreichend getestet zu haben. "Monsanto hat Roundup nicht ausreichend getestet", sagte der Anwalt der Klägerinnen, Greg Dovel, zum Prozessauftakt. Bis heute habe das Unternehmen nie alle notwendigen Tests vorgenommen.
Der Prozess gilt als wichtiger Testfall, da er sich auf eine neue juristische Argumentation stützt. Ein früheres Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hatte Klagen wegen des Vorwurfs unzureichender Warnhinweise vor Krebsrisiken auf den Produktetiketten erschwert. Die aktuelle Klage argumentiert jedoch, das Produkt sei grundsätzlich fehlerhaft konzipiert und für den Verkauf zu unsicher. Dieser Punkt wurde vom höchsten US-Gericht nicht direkt behandelt. Die drei Klägerinnen, von denen eine vor Prozessbeginn verstarb, sind nicht Teil eines angestrebten Milliardenvergleichs, mit dem Bayer einen Großteil der Klagen beilegen will.
Endgültiges Urteil: Hedgefonds mit Milliardenforderungen an Porsche abgeblitzt
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Milliardenklage von Investoren gegen die Porsche Automobil Holding SE endgültig abgewiesen. Die Karlsruher Richter wiesen die Rechtsbeschwerden der Kläger gegen einen Musterentscheid des Oberlandesgerichts Celle zurück, wie die Porsche SE am Mittwoch mitteilte. Damit haben die Kläger, bei denen es sich zumeist um US-Hedgefonds handelt, keinen Anspruch auf den geforderten Schadensersatz in Höhe von 5,4 Milliarden Euro. Die Entscheidung sei rechtskräftig.
In dem Kapitalanleger-Musterverfahren ging es um den Aufbau einer Beteiligung an der Volkswagen AG durch Porsche ab dem Jahr 2005. Insgesamt 40 Kläger hatten Schadenersatz gefordert. Die Entscheidung des BGH ist für die sechs ausgesetzten Ausgangsverfahren bindend, die nun laut Porsche abgewiesen werden müssen.
NRW mit höchster Teuerung - Inflationsdaten drücken Dax ins Minus
Der Dax gibt seine Gewinne nach den Inflationsdaten aus den Bundesländern ab und dreht leicht ins Minus. Die Daten weisen darauf hin, dass die Inflation im September wegen höherer Spritpreise kräftig gestiegen ist.
Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen etwa wurde mit 3,3 Prozent der stärkste Preisauftrieb seit Ende 2023 ermittelt. "Damit besteht aus meiner Sicht ein erhöhtes Risiko, dass die bundesweite Teuerungsrate die erwarteten 3,1 Prozent übertrifft", teilte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG mit. "Auch am Aktienmarkt hinterließen die Zahlen unmittelbar Spuren." Die Reaktion unterstreiche die Nervosität der Anleger angesichts des zunehmenden Preisdrucks.
Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag (14 Uhr) eine Schätzung zur bundesweiten Entwicklung der Verbraucherpreise abgeben.
Aktie des deutschen Laserspezialisten LPKF bricht ein
Der niedersächsische Lasersystem-Hersteller LPKF erwartet im laufenden Jahr operativ rote Zahlen. Ein größerer Solar-Auftrag habe sich verzögert und werde in diesem Jahr nicht mehr zu Buche schlagen. Auch Bestellungen in dem mit großen Hoffnungen gestarteten Segment "Advanced Packaging" für die Halbleiterindustrie dürften erst im nächsten Jahr eintreffen, räumte LPKF Laser & Electronics in Garbsen bei Hannover ein. Advanced Packaging bleibe aber "zentraler Baustein für die zukünftige Wertsteigerung", hieß es in der Mitteilung.
Wegen der Verzögerungen erwartet LPKF nun einen noch stärkeren Umsatzrückgang auf 93 bis 100 (2025: 115,3) Millionen Euro. Bisher hatte der Vorstand mit 105 bis 120 Millionen Euro gerechnet. Die um die Kosten für das laufende Sparprogramm bereinigte Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge) werde zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent liegen.
Die im Kleinwerteindex SDax notierte LPKF-Aktie brach um mehr als zehn Prozent ein.
Vermögensaufbau-Gipfel 2026: So stellen Sie Ihre Altersvorsorge neu auf
Für Millionen Deutsche bedeutet das neue Altersvorsorgedepot einen Quantensprung: Dank großzügiger staatlicher Förderung können sie ab 2027 mit Fonds und ETFs bis zur Rente ein Vermögen aufbauen. Welche neuen Produkte gibt es? Und wie sollte die Anlage in Zeiten globaler Konflikte und technologischer Umbrüche ausgerichtet sein?
Auf dem Vermögensaufbau-Gipfel von Capital und ntv analysieren Ökonomen, Fondsmanager und Politiker die Lage und Aussichten an den Märkten. Sie diskutieren über langfristige Entwicklungen und erklären, wie sich Anleger am besten aufstellen - am 15. Oktober 2026 in Frankfurt am Main oder digital. Hier können Sie sich Tickets sichern.
Globale Dieselknappheit: Russland verlängert Exportverbot
Russland verschärft mit der Verlängerung seines Exportverbots für Diesel die angespannte Lage auf dem globalen Energiemarkt. Das Ausfuhrverbot für Kraftstoffhersteller gelte nun bis Ende Oktober, teilte die Regierung mit. Die Maßnahme dürfte den Druck auf den globalen Energiemarkt weiter erhöhen, der bereits durch die anhaltenden Konflikte in Nahost und Lieferengpässe belastet ist.
Mit den wiederholten Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und Diesel will die russische Regierung die steigenden Kraftstoffpreise im eigenen Land eindämmen und Engpässe bekämpfen. Diese wurden durch ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien ausgelöst. Bereits Ende August hatte Moskau das Exportverbot für Diesel bis Ende September verlängert. Lieferungen an Länder wie ehemalige Sowjetrepubliken und die Mongolei im Rahmen von Handelsabkommen sind davon jedoch ausgenommen.
Russland ist normalerweise der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt nach den USA. Wegen der stark gestiegenen Preise im eigenen Land erwägt inzwischen auch US-Präsident Donald Trump ein Exportverbot für Diesel.
Energiekrise heizt Importpreise stark an
Die Preise für nach Deutschland importierte Güter sind wegen des Iran-Kriegs stärker angestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Einfuhrpreise im August um 8,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. "Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2022", schrieben die Statistiker. Volkswirte hatten mit einem Plus von 8 Prozent gerechnet.
Den größten Einfluss auf die Importpreise hatte demnach erneut der Anstieg der Energiepreise mit plus 43,0 Prozent (plus 7,5 Prozent gegenüber Juli 2026). Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich mit 11,0 Prozent (plus 0,6 Prozent gegenüber Juli).
Im Vergleich zum Vormonat zog der Importpreisindex im August um 1 Prozent an, auch das ist deutlicher als erwartet. Da die deutsche Wirtschaft viele Rohstoffe aus dem Ausland importiert, haben die Einfuhrpreise auch Einfluss auf die allgemeine Inflation. Rekordpreise für Diesel und Benzin könnten die deutsche Inflationsrate im September über die Marke von 3,0 Prozent treiben, das wäre der höchste Stand seit Ende 2023. Daten dazu legt das Statistische Bundesamt um 14 Uhr heute vor.
Gold reagiert sensibel
Der Goldpreis bewegt sich um die 4180-Dollar-Marke je Feinunze. Der am Montag beobachtete Ausverkauf stabilisiere sich, da die Ölpreise und die Renditen der US-Staatsanleihen nachgäben und sich die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed abschwächten, so die Marktexperten von OCBC Group Research. Die kurzfristige Preisentwicklung des Edelmetalls bleibe weiterhin sensibel dafür, ob die bevorstehenden US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten die jüngste hawkishe Neubewertung der Fed am Markt bestätigen oder in Frage stellen.
Saisonbereinigt steigt die Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im September etwas deutlicher als erwartet zugenommen, wenn die saisonalen Faktoren in der Statistik berücksichtigt werden. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 12.000, nachdem sie sich im Juli um 5.000 erhöht hatte. Die Arbeitslosenquote blieb bei 6,4 Prozent.
Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 5.500 und eine unveränderte Quote von 6,4 Prozent prognostiziert.
Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 67.000 auf 2,994 Millionen. Die Arbeitslosenquote ging auf 6,4 (6,5) Prozent zurück.
"Im September beginnt am Arbeitsmarkt die Herbstbelebung. Der Auftakt fällt allerdings schwunglos aus. Die wirtschaftliche Verbesserung kommt auf dem Arbeitsmarkt derzeit noch nicht an", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende, Andrea Nahles, bei der Vorstellung des Berichts.
Bitcoin hält die Unterstützung
Der Bitcoin gibt nach und fällt mit 83.362 Dollar weiter unter der 84.000-Dollar-Marke, da eine Kombination aus hohen Renditen, geopolitischer Unsicherheit und Zinserhöhungserwartungen die Kryptowährungen belastet. Der Bitcoin tue sich nach seiner Erholung im August schwer mit dem nächsten Aufwärtsschub, obwohl er immer noch auf deutlich stärkeren Niveaus notiere als im Sommer, als er in der Zone um 60.000 Dollar verharrt habe, kommentiert David Morrison von Trade Nation.
Diese ausgedehnte Konsolidierungsphase habe der digitalen Währung geholfen, ausreichendes Aufwärtsmomentum für einen starken Anstieg aufzubauen - ein Schritt, der Leerverkäufer aus dem Markt gedrängt und eine Grundlage für neue Käufe geschaffen habe, so der leitende Marktanalyst: "Wenn er sich über 80.000 US-Dollar halten und konsolidieren kann, dann würde dies helfen, eine bullishe Stimmung aufzubauen."
Fonds-Krise in Türkei: Hunderttausende Anleger betroffen
Die türkische Regierung ergreift nach einer schweren Krise am heimischen Finanzmarkt weitere Maßnahmen und gründet ein neues Kontrollgremium. Ein Koordinierungsrat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten soll die Abwicklung zahlreicher Investmentfonds überwachen, wie Präsident Recep Tayyip Erdogan mitteilte. Damit sollen die Rechte der betroffenen Anleger geschützt werden. Er habe zudem die staatliche Kontrollbehörde mit der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten beauftragt.
Hintergrund der Regierungsentscheidung ist eine Krise bei Investmentfonds, die von mutmaßlichen Kursmanipulationen bei wenig gehandelten Aktien an der türkischen Börse ausgelöst wurde. Dies führte zu schweren Verlusten bei mehreren Fonds. Als besorgte Anleger daraufhin ihr Geld zurückforderten, gerieten die Fonds in Zahlungsnot, da sie nicht schnell genug genügend Mittel beschaffen konnten. Die türkische Kapitalmarktaufsicht ordnete daraufhin die Zwangsauflösung (Liquidation) von mehr als 100 dieser Fonds an. Davon sind fast eine halbe Million Anleger betroffen. Das Gesamtvolumen der betroffenen Fonds beläuft sich auf rund 20 Milliarden Dollar. Die Aufsichtsbehörde legte nun einen Plan vor, wie die Vermögenswerte der Fonds schrittweise verkauft und die Anleger ausbezahlt werden sollen.
Ein letzter Aufgalopp im September
Der Dax schaltet am letzten Handelstag im September noch einmal einen Gang hoch: Der deutsche Börsenleitindex liegt aktuell im Bereich von 25.550 Punkten, nachdem er gestern mit 25.399 Zählern das Geschäft beendet hatte. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass etwas Druck aus den Zinsspekulationen rund um die Fed genommen wurde. Der Ölpreis notiert nach wie vor über der 100-Dollar-Marke.
Tarnkappen-Kampfjet: Boeing bekommt Milliardenauftrag
Boeing hat den Zuschlag für den Bau des neuen Tarnkappen-Kampfjets der US-Marine erhalten. Dies teilte das Pentagon mit. Das Programm sei "eine entscheidende, nicht verhandelbare Investition in die nationale Sicherheit Amerikas", erklärte der oberste Rüstungsbeschaffer des Pentagons, Michael Duffey. Es ist von zentraler Bedeutung für die militärische Strategie der USA gegenüber China im Pazifik. Boeing setzte sich gegen den Konkurrenten Northrop Grumman durch und erhält zunächst einen Entwicklungsauftrag im Wert von 20 Milliarden Dollar für die Herstellung von Testflugzeugen. Über die gesamte Laufzeit könnte das Programm bei steigender Produktion und möglichen internationalen Bestellungen ein Volumen von Hunderten von Milliarden Dollar erreichen.
Für Boeing ist es der zweite große Erfolg bei Kampfjets in Folge. Im März des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen bereits den Auftrag zum Bau des neuen Tarnkappenjägers F-47 für die US-Luftwaffe erhalten. Boeing galt wegen seiner langen Erfahrung im Bau von trägergestützten Kampfjets für die Marine als starker Anwärter. Die Boeing-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 2,25 Prozent zu, während die Papiere von Northrop Grumman um 3,5 Prozent nachgaben.
Tokio macht Verluste wett
An den Aktienmärkten in Ostasien geht es uneinheitlich zu. Am meisten tut sich in Tokio, der Topix steigt um 1,9 Prozent und macht damit das Vortagesminus wieder wett. Für Unterstützung sorgt der schwächere Yen. Er dürfte unter einer unerwartet gesunkenen japanischen Industrieproduktion im August leiden, was tendenziell gegen weitere Zinserhöhungen spricht. Daneben fiel auch der Zuwachs des Einzelhandelsumsatzes schwächer aus als erwartet. Der Dollar kostet 156,80 Yen, am Vortag waren es zur gleichen Zeit etwa 157,30 Yen gewesen. Das verbilligt japanische Exporte.
In Sydney geht es um 1,0 Prozent nach oben. In Seoul und in Hongkong liegen die Börsenindizes auf Vortagesniveau. In Shanghai steigt der Composite-Index leicht um 0,3 Prozent, nachdem neue Einkaufsmanagerdaten eine Verbesserung der konjunkturellen Lage zeigen. Sowohl die offiziellen als auch die privaten Indikatoren für die Aktivität in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe zogen im September an. Dabei kehrte der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie auf den Wachstumspfad zurück und beendete eine zweimonatige Phase der Schrumpfung.
Ölpreise legen wieder zu
Am Rohstoffmarkt ziehen die Ölpreise erneut an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 0,5 Prozent auf 103,10 Dollar. Das US-Öl WTI notiert kaum verändert bei 89,43 Dollar.
Warum Langweiler-Aktien gut fürs Depot sind
Überall wird gerade über die Aktien von großen KI-Konzernen oder Raumfahrt-Unternehmen gesprochen. Doch es gibt auch Werte, die zwar nicht ganz so interessant sind, aber trotzdem attraktiv sein können. Hendrik Leber von Acatis nennt sie Langweiler-Aktien. Patrick Dewayne hat mit ihm darüber gesprochen.
Wohin zieht es den Dax?
Nach taubenhaften Kommentaren von John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank in New York, dürften Europas Börsen mit kräftigen Aufschlägen in den Handel starten. Die US-Notenbank habe nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren in der vergangenen Woche keinen Grund zur Eile, die Zinsen weiter anzuheben. Die an den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober brach daraufhin auf unter 50 Prozent ein, nach zuvor über 70 Prozent.
Die heute anstehenden Verbraucherpreise aus Frankreich und Deutschland könnten derweil weitere Hinweise liefern, wie es mit der Geldpolitik im Euroraum weitergeht. In beiden Ländern werden harmonisierte Preissteigerungen für September von mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, was weit über dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegen würde. Zuletzt wurde an den Märkten die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung für Oktober auf unter 50 Prozent taxiert.
Trump "reguliert" KI
US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit führenden Vertretern der Tech-Branche eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet. Trump bezeichnete das Dokument als "moralisch bindend" und als eine Art "Verfassung". Meta-Chef Mark Zuckerberg sagte, die Unternehmen hätten sich auf die Entwicklung "robuster interner Kontrollen" für ihre KI-Systeme geeinigt. Prüfer würden diese Verfahren kontrollieren und den Vorständen der Unternehmen Bericht erstatten. Zudem erwäge seine Regierung die Einrichtung eines Gremiums aus etwa zehn Personen, um die gesamte KI-Branche zu überwachen. Trump bekräftigte aber seine Ablehnung gegenüber einer internationalen Regulierung. An dem Treffen im Weißen Haus nahmen unter anderem Zuckerberg, Alphabet-Boss Sundar Pichai, Anthropic-Chef Dario Amodei und Nvidia-Chef Jensen Huang teil.
Der Druck auf die US-Regierung wächst, da weltweit Sorgen über die Risiken der Technologie zunehmen. Zuletzt hatten Vorfälle für Aufsehen gesorgt, bei denen KI-Anwendungen von OpenAI und Anthropic unkontrolliert in fremde IT-Systeme eingedrungen waren. Zudem hält OpenAI sein neuestes Modell GPT-6.1 Astra wegen Sicherheitsmängeln vorerst unter Verschluss. Das Modell habe sich über Anweisungen hinweggesetzt und Nutzer getäuscht, teilte das US-Startup mit. Experten warnten vor einem Kontrollverlust bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer Systeme.
Keine Eile bei weiteren Fed-Zinserhöhungen
Die US-Notenbank Fed hat nach Worten des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams keine Eile bei weiteren Zinserhöhungen. Die Währungshüter hätten Zeit, die wirtschaftlichen Daten abzuwägen, bevor sie über den nächsten Schritt entschieden, sagte Williams. "Mit den geldpolitischen Maßnahmen, die wir auf unserer September-Sitzung ergriffen haben, besteht keine Notwendigkeit zur Eile." Dennoch sei eine weitere Anhebung vor Jahresende wahrscheinlich angemessen, um die Inflation wieder in Richtung des Ziels von zwei Prozent zu drücken.
An den Finanzmärkten sanken daraufhin am Dienstag die Erwartungen an eine Zinserhöhung auf der kommenden Fed-Sitzung Ende Oktober von fast 70 auf nur noch rund 50 Prozent. Die Notenbank hatte ihren Leitzins im September um einen Viertelprozentpunkt auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Damit kämpft die Fed gegen eine Teuerungsrate, die seit mehr als einem halben Jahrzehnt über dem Zielwert liegt.
Nasa-Mondmissionen: SpaceX mit Problemen
Ein Triebwerksausfall beim 14. unbemannten Testflug der SpaceX-Rakete Starship könnte den Zeitplan der US-Raumfahrtbehörde Nasa für künftige Mondmissionen gefährden. Zwar erreichte das Raumschiff bei dem Start im Bundesstaat Texas die Erdumlaufbahn und setzte erstmals kommerzielle Satelliten aus, die Mission musste jedoch wegen des Defekts um mehrere Stunden verkürzt werden. Nach der Trennung von der unteren Raketenstufe hatte sich eines der drei Haupttriebwerke vom Typ Raptor unerwartet abgeschaltet.
Wie stark der Vorfall die Entwicklung zurückwirft, hängt Experten zufolge von der Fehlerursache ab. Es müsse geklärt werden, ob es sich um das einmalige Versagen eines Einzelteils oder um ein grundlegendes Konstruktionsproblem handele, sagte der Raumfahrt-Ingenieur Dean Sladen vom Unternehmen Accu Components. "Der eigentliche Druck ist der Mond. Die Nasa braucht Starship für Artemis III." Diese Testmission in der Erdumlaufbahn ist für Sommer 2027 geplant, bevor 2028 erstmals seit 1972 wieder Menschen auf dem Mond landen sollen.
KI-Optimismus treibt Asien-Börsen
Steigende Anleiherenditen und Inflationssorgen belasten die globalen Anleihemärkte am Mittwoch, während sich die Aktienmärkte weitgehend widerstandsfähig zeigen. Hintergrund sind Sorgen über die Staatsfinanzen, ein hohes Angebot an Neuemissionen und eine steigende Inflation, angeheizt durch hohe Energiekosten infolge des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen halten sich in der Nähe eines 17-Jahres-Hochs. Die Aktienmärkte profitieren hingegen von guten Unternehmensgewinnen und dem anhaltenden Optimismus rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Die Börsen in Asien legen zu: Der japanische Nikkei-Index steigt 1,3 Prozent auf 66.318 Punkte, der Shanghai Composite gewinnt 0,3 Prozent.
September wird teuerster Tankmonat
Der September wird der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das steht schon vor Ende des Monats fest, wie aus Daten des ADAC hervorgeht, die die dpa ausgewertet hat. Selbst wenn Benzin und Diesel am letzten Tag des Monats verschenkt würden, bliebe der Monatsdurchschnitt über den bisherigen Rekorden aus dem August beziehungsweise April.
Bleibt der Preis im Monatsendspurt innerhalb normaler Muster, ist für Superbenzin der Sorte E10 ein Preis im Bereich um 2,27 Euro zu erwarten, für Diesel ein Preis im Bereich um 2,38 bis 2,39 Euro. Die bisherigen Rekordwerte liegen laut ADAC für E10 bei 2,145 Euro, für Diesel bei 2,263 - also jeweils um mehr als 10 Cent niedriger.
Treiber der hohen Preise ist vor allem der Iran-Krieg, durch den der Ölexport aus der Golf-Region massiv eingeschränkt ist. Daneben spielt aber auch ein Mangel an Raffineriekapazitäten eine Rolle.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt verliert der Dollar 0,5 Prozent auf 156,50 Yen. Zum chinesischen Yuan legt er leicht auf 6,7045 Yuan zu. Der Euro notiert fast unverändert bei 1,1337 Dollar und zieht zum Franken leicht auf 0,9452 Franken an.
Wenn die Preise explodieren …
Der Dax gibt sich minimalistisch: Der deutsche Börsenleitindex wetzte das 0,1-Prozent-Minus vom Wochenstart im gestrigen Handel aus und legte 0,1 Prozent auf 25.399 Punkte zu. Dennoch wartet auf das Börsenbarometer im September ein deutliches Monatsminus, was wiederum die Regel bestätigt, dass der September der statistisch betrachtet schwächste Börsenmonat des Jahres ist. Die Gründe für die maue Bilanz in diesem Jahr: Ein Ölpreis, der sich weiterhin um die 105-Dollar-Marke bewegt, zehnjährige US-Staatsanleihen mit Renditen jenseits der Fünf-Prozent-Marke und über allem thronen die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen dem Iran und den USA.
Die rekordhohen Preise für Diesel und Benzin dürften auch die deutsche Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren katapultieren. Klarheit bringen die vorläufigen Verbraucherpreisdaten des Statistischen Bundesamtes. Experten erwarten eine Jahresteuerungsrate von 3,1 Prozent, nach 2,9 Prozent im August.
Unternehmensseitig rückt der Autosektor in den Vordergrund, denn Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat treffen sich in Hannover zu einem Überprüfungsgespräch über den Zukunftstarifvertrag von 2024. Damals wurde der Abbau von 35.000 Stellen beschlossen. Zugleich sagte VW Modelle für die erneut gefährdeten Werke Emden, Zwickau und Hannover zu. Die IG Metall hat den Austausch angestoßen, um auf die Einhaltung der Investitions- und Produktzusagen zu pochen. Auch das Unternehmen will die Überprüfung.
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